08.01.2019

PRO ASYL: Bun­des­re­gie­rung setzt Men­schen­le­ben aufs Spiel

Am heu­ti­gen Diens­tag ist der mitt­ler­wei­le 20. Sam­mel­ab­schie­be­flie­ger in Kabul gelan­det. Trotz kata­stro­pha­ler Sicher­heits­la­ge im Land for­ciert die Bun­des­re­gie­run­gen wei­ter Abschie­bun­gen in das Kriegs­ge­biet und nimmt Gefahr für Leib und Leben der Abge­scho­be­nen in Kauf.

Von Frie­den und Sta­bi­li­tät ist Afgha­ni­stan mei­len­weit ent­fernt. Der aktu­el­le UNO­CHA-Bericht für Afgha­ni­stan beschreibt die Sicher­heits­la­ge im Land als »chao­tisch und unvor­her­seh­bar«.  Allein am Mon­tag sind bei meh­re­ren Vor­fäl­len in zwei afgha­ni­schen Pro­vin­zen min­des­tens 27 Men­schen ums Leben gekom­men.

2018 war ein wei­te­res töd­li­ches Jahr für die Zivil­be­völ­ke­rung in Afgha­ni­stan: Zwi­schen Janu­ar und Sep­tem­ber wur­den den Ver­ein­ten Natio­nen zufol­ge 2.798 Zivi­lis­ten getö­tet und 5.225 ver­letzt. Bis Jah­res­en­de dürf­te die Zahl der Opfer vor allem nach den zahl­rei­chen Anschlä­gen rund um die Prä­si­dent­schafts­wah­len wei­ter gestie­gen sein.

Die Tali­ban sind seit Jah­ren auf dem Vor­marsch, aber auch der IS und loka­le War­lords mischen um die Vor­herr­schaft in den Pro­vin­zen mit. Schon jetzt haben die afgha­ni­schen Trup­pen weni­ger als die Hälf­te des Lan­des unter ihrer Kon­trol­le, wei­te­re 30 Pro­zent sind hart umkämpft. Zu befürch­ten ist, dass das Land nach der Ankün­di­gung Trumps, die Hälf­te der US-Trup­pen aus Afgha­ni­stan abzu­zie­hen, noch wei­ter im Cha­os ver­sinkt.

Schon jetzt ist die Ver­sor­gungs­la­ge für die Bevöl­ke­rung dra­ma­tisch: Laut UNOCHA hat sich die Zahl der akut von huma­ni­tä­rer Hil­fe Abhän­gi­gen seit letz­tem Jahr von 3.3 Mil­lio­nen auf 6.3 Mil­lio­nen fast ver­dop­pelt.

PRO ASYL for­dert erneut einen Abschie­be­stopp nach Afgha­ni­stan.

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