10.02.2014

Die bun­des­wei­te Arbeits­ge­mein­schaft PRO ASYL bewer­tet das Ergeb­nis der Schwei­zer Volks­in­itia­ti­ve gegen Mas­sen­ein­wan­de­rung als fata­les Signal für den Flücht­lings­schutz in Euro­pa. Die öffent­li­che Dis­kus­si­on kon­zen­triert sich auf die Fol­gen für die Frei­zü­gig­keit von EU-Bür­gern. PRO ASYL macht dar­auf auf­merk­sam, dass der Beschluss gra­vie­ren­de Aus­wir­kun­gen auf das Recht von Asyl­su­chen­den auf Schutz haben könn­te. Die vor­ge­se­he­nen Höchst­zah­len sol­len „für sämt­li­che Bewil­li­gun­gen des Aus­län­der­rechts unter Ein­be­zug des Asyl­we­sens“ (Art. 121 a neu, Bun­des­ver­fas­sung der Schweiz) gel­ten.

Eine zah­len­mä­ßi­ge Beschrän­kung des Asyl­zu­gangs wäre jedoch mit der Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on und der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on nicht ver­ein­bar. Das Recht auf Prü­fung eines Asyl­an­trags eines Schutz­su­chen­den ist nicht kon­tin­gen­tier­bar. Aus bei­den völ­ker­recht­li­chen Abkom­men folgt der Schutz vor Zurück­wei­sung in den Ver­fol­ger­staat bzw. in den Staat, in dem eine unmensch­li­che oder ernied­ri­gen­de Behand­lung bzw. Fol­ter droht. Die Umset­zung der Schwei­zer Volks­ab­stim­mung wirft die Fra­ge auf, ob sich die Schweiz aus dem euro­päi­schen Men­schen­rechts­schutz­sys­tem verb­schie­den wird.

Nicht nur der Schutz für Asyl­su­chen­de, auch das Recht auf Fami­li­en­ein­heit wird durch die Euro­päi­sche Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on geschützt. Auch hier­ge­gen rich­tet sich die Schwei­zer Volks­in­itia­ti­ve, die das Recht auf Fami­li­en­nach­zug eben­falls begren­zen will.

Für PRO ASYL zeigt das Ergeb­nis der Schwei­zer Volks­ab­stim­mung, dass ras­sis­ti­sche Grund­hal­tun­gen aus der Mit­te der Gesell­schaft akti­vier­bar sein kön­nen – mit dra­ma­ti­schen Fol­gen für die Men­schen­rech­te, Demo­kra­tie und Rechts­staat­lich­keit.

Auch in Deutsch­land und in ande­ren EU-Staa­ten mobi­li­sie­ren Rechts­po­pu­lis­ten z.B. bei den bevor­ste­hen­den Euro­pa- und Kom­mu­nal­wah­len.

PRO ASYL ruft die Men­schen in Deutsch­land dazu auf, sich rechts­po­pu­lis­ti­schen Ent­wick­lun­gen ent­ge­gen­zu­stel­len. Aus die­sem Grund initi­ie­ren PRO ASYL und der Inter­kul­tu­rel­le Rat in Deutsch­land den Auf­ruf „Nein zum Ras­sis­mus in Euro­pa“. PRO ASYL und der Inter­kul­tu­rel­le Rat beto­nen: „Die Men­schen­rech­te sind die Grund­la­ge unse­rer Gesell­schaft. Die Euro­pa­wah­len dür­fen nicht den Fein­den der Men­schen­rech­te über­las­sen wer­den.“

Die Erläu­te­run­gen des Bun­des­ra­tes zur Schwei­zer Volks­ab­stim­mung vom 9. Febru­ar 2014 kön­nen auf fol­gen­der Web­sei­te her­un­ter­ge­la­den wer­den:

http://www.bk.admin.ch/themen/pore/va/20140209/index.html?lang=de

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