17.07.2015

Die Wei­ter­rei­se nach Deutsch­land und in ande­re EU-Staa­ten muss mög­lich wer­den

Anläss­lich der Grie­chen­land­de­bat­te im Deut­schen Bun­des­tag und der bevor­ste­hen­den EU-Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz am Mon­tag for­dert PRO ASYL ein huma­ni­tä­res Hilfs­pa­ket für Flücht­lin­ge in Grie­chen­land. Dazu gehö­ren:

  • die Not­hil­fe vor Ort (Medi­ka­men­te, Nah­rung, Klei­dung…)
  • die orga­ni­sier­te Aus­rei­se von Flücht­lin­gen aus Grie­chen­land.

Fast 80.000 Flücht­lin­ge, über­wie­gend aus Syri­en, Afgha­ni­stan, Irak sit­zen in Grie­chen­land fest. „Die Men­schen sind gefan­gen, es gibt kei­ne lega­len Wege raus aus Grie­chen­land. Deutsch­land und ande­re EU-Staa­ten müs­sen ihre Aus­rei­se orga­ni­sie­ren, lega­le Zugangs­we­ge öff­nen“, appel­lier­te PRO ASYL Geschäfts­füh­rer Gün­ter Burk­hardt. Es ist unver­ant­wort­lich wei­ter dar­an fest­zu­hal­ten, dass sie in Grie­chen­land blei­ben sol­len und dort ein Asyl­ver­fah­ren durch­lau­fen sol­len. Es exis­tie­ren dort weder Auf­nah­me­struk­tu­ren noch Ver­wal­tungs­struk­tu­ren. Zum Bei­spiel kann die Asyl­be­hör­de auf Les­bos ca. 10 Asyl­an­trä­ge pro Woche regis­trie­ren – bei Ankünf­ten, die täg­lich in die Hun­der­te gehen. Eine PRO ASYL Dele­ga­ti­on ist gera­de aus Grie­chen­land zurück­ge­kehrt. Weder auf den Ägä­is-Inseln noch auf dem Fest­land haben Flücht­lin­ge eine Per­spek­ti­ve. Der Wil­le der Flücht­lin­ge zu Com­mu­nities und Ange­hö­ri­gen in den nord­eu­ro­päi­schen Indus­trie­staa­ten wei­ter­zu­rei­sen, ist legi­tim und ver­nünf­tig. Dort fin­den sie eine Lebens­per­spek­ti­ve. Die EU will aber bis­lang pro Jahr nur 20.000 Flücht­lin­gen aus Eri­trea und Syri­en die Aus­rei­se aus Ita­li­en und Grie­chen­land ermög­li­chen. Eine ver­schwin­dend klei­ne Zahl. Für Flücht­lin­ge z. B. aus Afgha­ni­stan, Irak oder Soma­lia ist nichts vor­ge­se­hen.

PRO ASYL appel­liert an die Bun­des­kanz­le­rin: „Das Signal der Käl­te und Här­te, das von Deutsch­land aus­geht, muss kor­ri­giert wer­den. Die­se Poli­tik gefähr­det Men­schen­le­ben.“ Selbst das nack­te Über­le­ben von Flücht­lin­gen ist in Grie­chen­land nicht gewähr­leis­tet. Die Bun­des­kanz­le­rin muss in Euro­pa gegen die zuneh­men­de Grenz­ab­schot­tung zwi­schen den EU-Staa­ten Posi­ti­on bezie­hen und dar­auf drän­gen, dass die EU-Staa­ten groß­zü­gig Flücht­lin­ge aus Grie­chen­land auf­neh­men.

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