07.01.2015

Anläss­lich der heu­te gestar­te­ten Klau­sur­ta­gung der CSU in Wild­bad-Kreuth warnt PRO ASYL vor popu­lis­ti­scher Stim­mungs­ma­che. Die CSU for­dert schnel­le­re Abschie­bun­gen von Flücht­lin­gen in Dub­lin-Ver­fah­ren und von Asyl­su­chen­den aus den West­bal­kan­län­dern – also Ser­bi­en, Maze­do­ni­en und Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na.

„Es han­delt sich offen­sicht­lich um einen Anbie­de­rungs­ver­such an die soge­nann­te „Pegida“-Bewegung,“ sag­te Marei Pel­zer, Refe­ren­tin von PRO ASYL. Damit wür­den Res­sen­ti­ments, die „Pegi­da“ bedient, bewusst von der CSU ver­stärkt. PRO ASYL for­dert die CSU auf, die popu­lis­ti­sche Stim­mungs­ma­che gegen Flücht­lin­ge  umge­hend zu been­den und zu einer sach­ori­en­tier­te Debat­te zurück­zu­keh­ren. 

PRO ASYL kri­ti­siert den erneu­ten Ver­such, ver­schie­de­ne Flücht­lings­grup­pen gegen­ein­an­der aus­zu­spie­len. Dass Asyl­su­chen­de aus Ser­bi­en und ande­ren West­bal­kan­staa­ten per se kei­ne Asyl­grün­de hät­ten steht im kras­sen Wider­spruch zu der Situa­ti­on in die­sen Län­dern.  Zahl­rei­che Men­schen­rechts­be­rich­te zei­gen, dass Ange­hö­ri­ge der Roma und ande­re Min­der­hei­ten dort umfas­sen­der ras­sis­ti­scher Aus­gren­zung aus­ge­setzt und nicht zuletzt des­halb oft von exis­ten­ti­el­ler Armut bedroht sind. Die­se Flucht­grün­de, die bei gewis­sen­haf­ter Prü­fung in vie­len Fäl­len als asyl­recht­lich rele­vant ange­se­hen wer­den müss­ten, wer­den durch den popu­lis­ti­schen Vor­stoß  der CSU aber­mals baga­tel­li­siert.

Asyl­schnell­ver­fah­ren nach Schwei­zer Vor­bild, wie sie die CSU im Vor­feld ihrer Klau­sur for­der­te, lehnt PRO ASYL ab. „Eine indi­vi­du­el­le Prü­fung und Rechts­schutz­ga­ran­ti­en sind das Herz­stück des Asyl­rechts“, so Marei Pel­zer, „Ein fai­res Asyl­ver­fah­ren braucht Zeit: Ver­fol­ger­staa­ten geben Flücht­lin­gen kei­ne Bestä­ti­gung ihrer Flucht­ge­schich­te mit auf den Weg, gesund­heit­li­che Grün­de müs­sen attes­tiert wer­den und zahl­rei­che Ent­schei­dun­gen wer­den erst im Gerichts­ver­fah­ren revi­diert“.

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