11.03.2026

Pres­se­state­ment

Dazu, dass die EVP im Innen­aus­schuss des Euro­pa­par­la­ments die Rück­füh­rungs-Ver­ord­nung mit Stim­men von Rechts­extre­men und EU-Fein­den durch­ge­bracht hat, sagt Karl Kopp, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL:

„Was im Aus­schuss für bür­ger­li­che Frei­hei­ten, Jus­tiz und Inne­res (LIBE) des Euro­päi­schen Par­la­ments gesche­hen ist, ist ein poli­ti­scher Tabu­bruch. Wäh­rend die CDU in Ber­lin noch am 9. März erneut bekräf­tig­te, eine Zusam­men­ar­beit mit der Alter­na­ti­ve für Deutsch­land (AfD) sei für sie ‚kate­go­risch aus­ge­schlos­sen‘, mach­te die Frak­ti­on der Euro­päi­schen Volks­par­tei (EVP) in Brüs­sel am sel­ben Tag gemein­sa­me Sache mit den Rechts­extre­men: Mit den Euro­päi­schen Kon­ser­va­ti­ven und Refor­mern, den Patrio­ten für Euro­pa und Euro­pa der Sou­ve­rä­nen Natio­nen brach­te sie die Hard­li­ner-Linie zur neu­en Rück­füh­rungs-Ver­ord­nung durch. Zu Euro­pa der Sou­ve­rä­nen Natio­nen gehört die AfD. Die offi­zi­el­le Aus­schuss­ab­stim­mung ende­te mit 41 Ja-Stim­men, 32 Nein-Stim­men und einer Ent­hal­tung für die soge­nann­ten Rück­kehr­zen­tren (Return Hubs).

Wer in Ber­lin die Brand­mau­er beschwört und sie in Brüs­sel fak­tisch nie­der­tritt, macht sich nicht nur unglaub­wür­dig, son­dern gefähr­det zudem das Pro­jekt Euro­pa. Genau dar­in liegt die poli­ti­sche Dimen­si­on, der Tabu­bruch: Die Frak­ti­on der Euro­päi­schen Volks­par­tei hat ein zen­tra­les Migra­ti­ons­dos­sier mit den Rechts­extre­men, den Fein­den der EU, beschlos­sen – und nicht mit der demo­kra­ti­schen Mitte.

Der LIBE-Beschluss ver­schärft die Abschie­be­po­li­tik deut­lich: mehr Abschie­be­druck, mehr Mit­wir­kungs­pflich­ten, mehr Haft, mehr EU-wei­te Voll­stre­ckung und neue Wege zur Aus­la­ge­rung von Abschie­bun­gen in Drittstaaten.

Poli­tisch aber wiegt beson­ders schwer, wie die­se Hard­li­ner-Posi­ti­on zustan­de kam, denn es wird deut­lich: Die Brand­mau­er fällt nicht mit einem gro­ßen Knall. Sie zer­brö­selt Abstim­mung für Abstim­mung — und genau das ist im LIBE-Aus­schuss geschehen.“

Die fina­le Abstim­mung im Par­la­ment steht noch aus.

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