22.11.2018

PRO ASYL warnt die Uni­on davor, Paro­len und Zerr­bil­der der extre­men Rech­ten zu über­neh­men

Im Kon­kur­renz­kampf um den Par­tei­vor­sitz der CDU, stell­te Fried­rich Merz nun das Asyl­grund­recht in Fra­ge. Sein Hin­weis auf das Grund­ge­setz wirkt so, als sei Deutsch­land der ein­zi­ge Staat, der sich per Ver­fas­sung selbst ver­pflich­tet habe, eine ein­zel­fall­be­zo­ge­ne Prü­fung von Asyl­an­trä­gen durch­zu­füh­ren. Dem ist nicht so.

Alle Unter­zeich­ner­staa­ten der Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on haben sich mit ihrer Unter­schrift ver­pflich­tet, nie­man­den, dem Ver­fol­gung droht, zurück­zu­wei­sen. Die Flücht­lings­ei­gen­schaft im Sin­ne der Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on (GFK) wird des­halb auch in einem Ver­fah­ren geprüft. Es han­delt sich um eine völ­ker­recht­li­che Ver­pflich­tung. In der EU ist das Asyl­recht in Arti­kel 18 der Grund­rech­te­char­ta gere­gelt. Die­ser Arti­kel bezieht sich auf die GFK. Die EU-Staa­ten gewäh­ren also Asyl nach Maß­ga­be der GFK. Die­se deckt auch den wesent­li­chen Gehalt des deut­schen Asyl­rechts ab, das ja in sei­ner alten Fas­sung sehr schlicht war: Poli­tisch Ver­folg­te genie­ßen Asyl.

Wenn Fried­rich Merz also den Ein­druck erweckt mit der angeb­li­chen Ein­zig­ar­tig­keit des deut­schen Asyl­rechts gäbe es ein beson­de­res Pro­blem, dann weiß er, dass dies Unsinn ist, bedient aber Angst­sze­na­ri­en und stellt Schein­pro­ble­me als real dar.

PRO ASYL Geschäfts­füh­rer Gün­ter Burk­hardt warnt die Uni­on davor, »Paro­len und Zerr­bil­der der extre­men Rech­ten zu über­neh­men und damit die Fun­da­men­te des Rechts­staa­tes in Euro­pa und in Deutsch­land zu unter­mi­ni­mie­ren.« Merz pro­vo­ziert aus ego­is­ti­schen, macht­po­li­ti­schen Grün­den mit die­sem The­ma, um auf Stim­men­fang zu gehen.

Er muss sich der Fra­ge stel­len, ob er zu denen gehört, die einen his­to­ri­schen Schluss­strich unter die deut­sche Ver­gan­gen­heit zie­hen wol­len. Arti­kel 16 war das Bekennt­nis des Grund­ge­set­zes, poli­tisch Ver­folg­te schüt­zen zu wol­len, nach­dem vie­le Flücht­lin­ge aus Nazi-Deutsch­land kei­ne Zuflucht gefun­den hat­ten.

 

 

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