03.11.2010

Heu­te hat das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um bekannt­ge­ge­ben, dass sich an dem mor­gen begin­nen­den FRON­TEX-Ein­satz in Grie­chen­land die Bun­des­po­li­zei mit Fahr­zeu­gen und Wär­me­bild­ka­me­ras betei­ligt. Das Bund­ein­nen­mi­nis­te­ri­um spricht in sei­ner Pres­se­er­klä­rung vom 3. Novem­ber von einem „erheb­li­chen Zustrom ille­ga­ler Migra­ti­on“. PRO ASYL weist dar­auf hin, dass der Haupt­flucht­weg von Men­schen aus Afgha­ni­stan, dem Iran, Irak und Soma­lia gegen­wär­tig über die Tür­kei nach Grie­chen­land führt. „Dies sind Schutz­be­dürf­ti­ge, die Hil­fe und ein fai­res Asyl­ver­fah­ren benö­ti­gen und kei­ne „ille­ga­len Migran­ten“, so Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL. PRO ASYL kri­ti­siert den Ein­satz als eine unver­ant­wort­li­che Hoch­rüs­tung der Gren­zen, bei der völ­ker­rechts­wid­rig Flücht­lin­ge zurück­ge­wie­sen wer­den sol­len. Anstatt Flücht­lin­ge zu schüt­zen, schützt der Bun­des­in­nen­mi­nis­ter die Gren­zen.

Vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat­te de Mai­zie­re am 28. Okto­ber Hil­fen zum Auf­bau eines Asyl­sys­tems in Grie­chen­land ange­kün­digt.  Anstatt Schutz­be­dürf­ti­gen zu hel­fen, wird jetzt die Abschot­tung ver­stärkt. Die 30.–40.000 Flücht­lin­ge, die in die­sem Jahr allein über die grie­chisch-tür­ki­sche Land­gren­ze anka­men, sind für Euro­pa eine ver­kraft­ba­re Zahl – ein klei­nes Land wie Grie­chen­land ist über­for­dert. Das rudi­men­tä­re Asyl­sys­tem in Grie­chen­land ist mitt­ler­wei­le kol­la­biert. PRO ASYL for­dert des­halb die Auf­nah­me von Flücht­lin­gen aus Grie­chen­land in ande­ren EU-Staa­ten. Vor dem her­ein­bre­chen­den Win­ter müs­sen ins­be­son­de­re unbe­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge vor der Obdach­lo­sig­keit und einem Leben in den Parks und Stra­ßen Athens bewahrt wer­den.

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