04.09.2010

Frank­furt am Main. Der Men­schen­rechts­preis 2010 der STIFTUNG PRO ASYL, die PRO ASYL-Hand, wur­de heu­te dem ita­lie­ni­schen Jour­na­lis­ten Gabrie­le del Gran­de für sei­ne muti­gen Recher­chen zur Situa­ti­on von Flücht­lin­gen an Euro­pas Außen­gren­zen ver­lie­hen.

Der Schrift­stel­ler Ili­ja Tro­ja­now fand in sei­ner Lau­da­tio deut­li­che Wor­te: „Wir ste­hen am Anfang einer neu­en Epo­che der Bar­ba­rei.“ Die Toten an den Außen­gren­zen sei­en ein  Viel­fa­ches der 1.065 Grenz- und Mau­er­to­ten der inner­deut­schen Gren­ze. „Ver­ge­gen­wär­tigt man sich, wie oft die Ber­li­ner Mau­er als Sym­bol eines Will­kürstaa­tes, als unver­putz­ter Aus­druck von Unrecht und Gewalt ange­führt wur­de, muss die Fra­ge gestellt wer­den, was die gegen­wär­ti­gen Mau­ern, auch wenn sie flie­ßend sind, über unse­re Gesell­schaft und die herr­schen­de Poli­tik aus­sa­gen.“

In sei­ner Dan­kes­re­de schil­der­te del Gran­de ergrei­fen­de Schick­sa­le von ertrin­ken­den Flücht­lin­gen, denen nicht gehol­fen wur­de. „Die­se Toten spre­chen zu nie­man­dem mehr“, so del Gran­de, „Unse­re Her­zen rührt das nicht mehr.“ Del Gran­de doku­men­tier­te in sei­nem Blog For­t­ress Euro­pe die 15.000 Toten, die seit 1988 an den euro­päi­schen Außen­gren­zen ums Leben kamen.

In sei­nem Schluss­wort for­der­te Tom Koenigs, Vor­sit­zen­der des Aus­schus­ses für Men­schen­rech­te und huma­ni­tä­re Hil­fe des Deut­schen Bun­des­ta­ges, ein gesamt­eu­ro­päi­sches Asyl­sys­tem, das nicht auf Aus­gren­zung, son­dern auf Huma­ni­tät auf­baue. Deutsch­land kön­ne mehr Flücht­lin­ge auf­neh­men.

„Die Bot­schaft del Gran­des muss in Brüs­sel ankom­men“, so Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL, im Rah­men der Preis­ver­lei­hung. Die Abschot­tungs­po­li­tik Euro­pas mit ihren töd­li­chen Fol­gen müs­se been­det wer­den. PRO ASYL for­dert ein Ende jed­we­der euro­päi­scher Koope­ra­ti­on mit Liby­en in der Migra­ti­ons- und Flücht­lings­po­li­tik.

Der För­der­ver­ein PRO ASYL wähl­te in sei­ner Mit­glie­der­ver­samm­lung im Vor­feld der Preis­ver­lei­hung einen neu­en Vor­stand. Im Amt bestä­tigt wur­den als Vor­sit­zen­der der Orga­ni­sa­ti­on Dr. Jür­gen Micksch, als Schatz­meis­ter Andre­as Lipsch, als Bei­sit­zer Sig­rid Ebritsch und Hubert Hein­hold.

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