29.10.2015

PRO ASYL-Geschäfts­füh­rer Gün­ter Burk­hardt warnt vor den dra­ma­ti­schen Fol­gen eines Euro­pas der Zäu­ne. Noch mehr Tod und Elend wer­den die Fol­ge sein. Das Lamen­tie­ren über die Zahl der Flie­hen­den und absur­de For­de­run­gen nach Ober­gren­zen sind Teil des Pro­blems und nicht der Lösung. Direk­te Hil­fe ist das Gebot der Stun­de. „Eine Poli­tik nach dem Mot­to ‚Augen zu, Gren­zen zu, Pro­blem gelöst‘, wie sie der baye­ri­sche Minis­ter­prä­si­dent for­dert, ist herz­los und nur mit men­schen­rechts­wid­ri­gen Metho­den durch­zu­set­zen“, sag­te Burk­hardt. Die Flücht­lin­ge aus Syri­en, Irak und Afgha­ni­stan flie­hen vor Ter­ror und Krieg. Die Bal­kan­staa­ten und Grie­chen­land sind nicht in der Lage, regu­lä­re Asyl­ver­fah­ren in gro­ßer Zahl durch­zu­füh­ren. Sie ver­sa­gen aktu­ell selbst bei der aku­ten Not­hil­fe.

PRO ASYL hält das von der EU pro­pa­gier­te Kon­zept der „Hot­spots“ ange­sichts von bis­lang 560.000 in die­sem Jahr in Grie­chen­land ange­kom­me­nen Schutz­su­chen­den für rea­li­täts­fern. Es führt aktu­ell dazu, dass Tau­sen­de in Käl­te und Näs­se Schlan­ge vor dem als „Hot­spot“ bezeich­ne­ten Elend­sla­ger Moria auf Les­bos ste­hen. Nicht ein­mal eine rudi­men­tä­re staat­lich orga­ni­sier­te Ver­sor­gung exis­tiert dort. Der zum Kon­zept der Hot­spots gehö­ren­de Umver­tei­lungs­me­cha­nis­mus wird in abseh­ba­rer Zeit nicht funk­tio­nie­ren. Nur ein gerin­ger Teil der Ankom­men­den hat über die­sen Weg über­haupt eine Chan­ce auf Auf­nah­me in ande­ren EU-Staa­ten. Die Men­schen wer­den so gezwun­gen, sich unter men­schen­un­wür­di­gen Bedin­gun­gen wei­ter durch Euro­pa durch­zu­schla­gen.

Auch in die­sen Wochen ster­ben in der Ägä­is Flücht­lin­ge beim Ver­such, Euro­pa zu errei­chen. PRO ASYL for­dert die Wie­der­auf­nah­me der Syri­en-Auf­nah­me­pro­gram­me. Mit­ar­bei­ter des PRO ASYL-Pro­jek­tes auf Les­bos betreu­en Über­le­ben­de von Boots­un­glü­cken. Vie­le von ihnen haben Ange­hö­ri­ge in Deutsch­land. Vor allem Kin­der ster­ben bei der gefähr­li­chen Über­fahrt. Bis 2014 gab es zumin­dest für einen Teil der Syrer mit Ange­hö­ri­gen in Deutsch­land noch die Mög­lich­keit, legal ein­zu­rei­sen. Die Been­di­gung des Auf­nah­me­pro­gram­mes, die feh­len­de Mög­lich­keit so oder auf ande­re Wei­se Visa zu erhal­ten, ver­ur­sacht die chao­ti­schen Ver­hält­nis­se mit Todes­fol­ge, die die Poli­tik dann beklagt. 

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