04.03.2011

Auf sei­ner Tour der 1000 Brü­cken im Ein­satz für eine mensch­li­che Flücht­lings­po­li­tik sind der Musi­ker Heinz Ratz und sei­ne Band der­zeit mit dem Rad in Hes­sen für Kon­zer­te und Besu­che in Flücht­lings­la­gern unter­wegs. „Wir haben in den Lagern erschre­cken­de Zustän­de gese­hen und Men­schen getrof­fen, die hier mehr als 10 Jah­re auf eine Ent­schei­dung war­ten und vege­tie­ren“, so Ratz. „Wir sind scho­ckiert, schä­men uns, füh­len uns hilf­los und mit­schul­dig.“

Etwa 40.000 Men­schen in Deutsch­land wer­den gezwun­gen, in Lagern zu leben. Ver­tre­ter des Hes­si­schen Flücht­lings­rats und des Akti­ons­bünd­nis­ses Rhein-Main gegen Abschie­bung schil­dern die teil­wei­se trost­lo­sen Bedin­gun­gen, unter denen Flücht­lin­ge in Hes­sen ein­quar­tiert sind. So gibt es aus­ge­rech­net im reichs­ten Land­kreis Deutsch­lands, dem Hoch­tau­nus­kreis, ein Con­tai­ner­la­ger, in dem in alten Dop­pel­stock­con­tai­nern pro Con­tai­ner in der Regel 2 Per­so­nen auf 5,80 x 2,50 Meter unter­bracht sind, die sani­tä­ren Anla­gen sind in einem sehr schlech­ten Zustand und die „Küchen“ bestehen ledig­lich aus Stahl­ti­schen mit mobi­len 2er-Koch­plat­ten.

„Man darf Schutz­su­chen­de in Deutsch­land nicht zu Men­schen zwei­ter Klas­se machen“, so Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL. „Vor Elend und Gewalt geflo­hen, wird ihr Leben oft ein zwei­tes Mal zer­stört.“

Heinz Ratz möch­te mit sei­ner Tour Auf­merk­sam­keit für die Dis­kri­mi­nie­rung und Aus­gren­zung von Flücht­lin­gen schaf­fen und Brü­cken schla­gen zwi­schen ihnen und den Men­schen vor Ort. Die Tour ist die drit­te Etap­pe eines mora­li­schen Tri­ath­lons. Ins­ge­samt wird Ratz rund 7.000 km mit dem Rad zurück­le­gen und 77 Kon­zer­te in eben­so vie­len Städ­ten spie­len. Heu­te wird er in Hanau an einer Pro­test­kund­ge­bung „Blei­be­recht statt Abschie­bung – Woh­nun­gen statt Lager – Bewe­gungs­frei­heit statt Grenz­re­gime“ teil­neh­men, abends folgt das Kon­zert. Wei­te­re Ter­mi­ne in Hes­sen:  5. März Frank­furt, 24. März Wies­ba­den.

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Kon­takt:

PRO ASYL: 069 23 06 95, presse(at)proasyl.de

Heinz Ratz: 0160 97 75 25 37, heinz(at)flussprojekt.de

Hes­si­scher Flücht­lings­rat: 069 97 69 87 10, hfr(at)fr-hessen.de

Akti­ons­bünd­nis Rhein-Main gegen Abschie­bun­gen, Mari­on Bay­er: 0176 25 11 17 38

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