04.02.2010

PRO ASYL: Soli­da­ri­tät mit Grie­chen­land statt Abschie­bung der Ver­ant­wor­tung

PRO ASYL appel­liert an die Bun­des­re­gie­rung ange­sichts der Wirt­schafts­mi­se­re in Grie­chen­land, soli­da­ri­sche Initia­ti­ven gegen­über dem klei­nen Außen­staat der EU zu ergrei­fen. Die Fol­gen der dra­ma­ti­sche Wirt­schafts­la­ge soll­ten nicht die ärme­ren Bevöl­ke­rungs­schich­ten und Schutz­su­chen­de in Grie­chen­land aus­ba­den müs­sen.

Es wird für die neue grie­chi­sche Regie­rung beim bes­ten Wil­len nicht mög­lich sein, ein Asyl- und Auf­nah­me­sys­tem auf­zu­bau­en, ohne umfas­sen­de Unter­stüt­zung durch zusätz­li­che EU-Fonds und soli­da­ri­sche Maß­nah­men der EU-Mit­glieds­staa­ten.

In Grie­chen­land feh­len aktu­ell Tau­sen­de Auf­nah­me­plät­ze für Asyl­su­chen­de und wei­ter­hin ein Asyl­sys­tem. Für Kin­der­flücht­lin­ge exis­tie­ren momen­tan 405 Schlaf­plät­ze in kind­ge­rech­ten Unter­künf­ten. In den letz­ten zwei Jah­ren stran­de­ten jedoch über 10.000 unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge – der größ­te Teil aus Afgha­ni­stan – auf der Insel Les­bos und anders­wo.

Die­se Kin­der sind aus der Sicht von PRO ASYL die Flücht­lings­kin­der Euro­pas.

Um die­se beson­ders Schutz­be­dürf­ti­gen aus dem Elend, der Obdach­lo­sig­keit und Schutz­lo­sig­keit zu holen, bedarf es jetzt gemein­sa­mer Anstren­gun­gen der EU. „Wir dür­fen Grie­chen­land nicht allein las­sen und wir dür­fen vor allem das Leid die­ser Flücht­lings­kin­der nicht län­ger igno­rie­ren“, so Karl Kopp, Euro­pa­re­fe­rent von PRO ASYL.

Soli­da­ri­tät mit Grie­chen­land bedeu­tet jetzt:

Für die schutz­lo­sen Flücht­lings­kin­der in Grie­chen­land muss schnell und unbü­ro­kra­tisch eine huma­ni­tä­re und kind­ge­rech­te Lösung gefun­den wer­de. Im Rah­men eines EU-Akti­ons­pla­nes soll­ten die­se Flücht­lings­kin­der kurz­fris­tig, ori­en­tiert am Kin­des­wohl, in ande­re EU-Staa­ten ver­teilt wer­den.

Von Rück­über­stel­lun­gen nach Grie­chen­land ist abzu­se­hen.

Es muss frei von ideo­lo­gi­schen Scheu­klap­pen über ein fai­res Ver­ant­wor­tungs­tei­lungs­sys­tem bei der Flücht­lings­auf­nah­me in Euro­pa gere­det wer­den. Über acht Pro­zent aller Asyl­su­chen­den in Deutsch­land im Jahr 2009 sol­len nach Auf­fas­sung des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um ihr Ver­fah­ren in Grie­chen­land absolvieren.1.855 Über­nah­me­ersu­chen hat das zustän­di­ge Bun­des­amt allein in den ers­ten zehn Mona­ten des Jah­res 2009 nach Athen geschickt. Allein die­se Fak­ten zei­gen, dass das bestehen­de euro­päi­sche Asyl­zu­stän­dig­keits­sys­tem unfair und unso­li­da­risch ist.

Kon­takt:
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