25.03.2026

In einem Offe­nen Brief an die Vor­sit­zen­den von CDU, CSU und der EVP-Frak­ti­on for­dern 188 Orga­ni­sa­tio­nen die Uni­ons­par­tei­en und die Euro­päi­sche Volks­par­tei auf, jede Zusam­men­ar­beit mit der extre­men Rech­ten im Euro­päi­schen Par­la­ment auszuschließen.

Hin­weis: Ankün­di­gung für eine Akti­on am Don­ners­tag in Ber­lin unten

Anlass sind Berich­te über eine enge inhalt­li­che Abstim­mung der EVP mit Abge­ord­ne­ten rechts­extre­mer Frak­tio­nen im Innen­aus­schuss des Euro­päi­schen Par­la­ments zur geplan­ten neu­en Rückführungsverordnung.

Die Unterzeichner*innen wer­ten dies als Bruch mit der von EVP, CDU und CSU wie­der­holt beton­ten Abgren­zung gegen­über der extre­men Rech­ten. In dem Brief heißt es: „Wir erin­nern ein­dring­lich an Ihre eige­nen Ver­spre­chen: Wah­ren Sie demo­kra­ti­sche Grund­sät­ze – Euro­pa zulie­be und mit Blick auf die innen­po­li­ti­schen Herausforderungen.“

Zu Ver­hand­lun­gen mit den demo­kra­ti­schen Frak­tio­nen zurückkehren

Karl Kopp, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL erklärt: „Wer mit extre­men Rech­ten, mit den Fein­den Euro­pas gemein­sa­me Sache macht, stellt die Grund­pfei­ler der euro­päi­schen Demo­kra­tie infra­ge. Men­schen­rech­te sind nicht ver­han­del­bar. Die EVP muss die­sen Ent­wurf stop­pen und zu Ver­hand­lun­gen mit den demo­kra­ti­schen Frak­tio­nen zurück­keh­ren. Rechts­staat­lich­keit und demo­kra­ti­scher Kon­sens dür­fen nicht dem Schul­ter­schluss mit der extre­men Rech­ten und Völ­ki­schen geop­fert werden.“

Die Orga­ni­sa­tio­nen beto­nen, dass eine Zusam­men­ar­beit mit rechts­extre­men Kräf­ten die Grund­wer­te der Euro­päi­schen Uni­on gefähr­det: Demo­kra­tie, Men­schen­wür­de und Rechts­staat­lich­keit. Zugleich kri­ti­sie­ren sie den vor­lie­gen­den Ent­wurf der Rück­füh­rungs­ver­ord­nung als men­schen­recht­lich inak­zep­ta­bel. Beson­ders schwer wie­gen aus ihrer Sicht die vor­ge­se­he­nen Abschie­bungs­zen­tren außer­halb der Euro­päi­schen Uni­on, auch für Fami­li­en mit Kin­dern, sowie die geplan­te Aus­wei­tung der Abschiebehaft.

Gemein­sam mit den fast 200 Orga­ni­sa­tio­nen, dar­un­ter AWO Bun­des­ver­band, Pari­tä­ti­scher Gesamt­ver­band, Neue Richter*innenvereinigung, Repu­bli­ka­ni­scher Anwäl­tin­nen- und Anwäl­te­ver­ein (RAV), Save the Child­ren Deutsch­land und Terre des Hom­mes, for­dert PRO ASYL die EVP auf, im Ple­num am Don­ners­tag, 26. März, ein kla­res Signal zu set­zen. Die Unterzeichner*innen appel­lie­ren an EVP sowie CDU und CSU, die Abgren­zung zur extre­men Rech­ten auch auf euro­päi­scher Ebe­ne ver­bind­lich sicher­zu­stel­len, den Ent­wurf der Rück­füh­rungs­ver­ord­nung in der vor­lie­gen­den Form nicht wei­ter­zu­ver­fol­gen und zu Ver­hand­lun­gen mit den demo­kra­ti­schen Frak­tio­nen zurückzukehren.

Akti­on vor der CDU-Zen­tra­le in Ber­lin (Kon­rad-Ade­nau­er-Haus)

Dazu laden wir ein zur Akti­on „Wir sind die rote Linie“:
Don­ners­tag, 26. März, 9 Uhr, vor der CDU-Zen­tra­le in Ber­lin (Kon­rad-Ade­nau­er-Haus) mit PRO ASYL, Lea­ve no one behind, Wir packen’s an und andern Organisationen

Akti­on: Mit ihrer gemein­sa­men Abstim­mung mit der extre­men Rech­ten, der koor­di­nier­ten Zusam­men­ar­beit sowie den gemein­sa­men Chat­grup­pen haben Uni­ons­par­tei­en und EVP erneut eine rote Linie über­schrit­ten. Des­halb wer­den rot geklei­de­te Men­schen vor einer sym­bo­li­schen Brand­mau­er, beschrif­tet mit Grund­rech­ten, eine rote Linie bil­den. Mit die­ser roten Linie, die nicht über­schrit­ten wer­den darf, sym­bo­li­sie­ren sie den Schutz der Brand­mau­er und des Pro­jekts Euro­pa durch die Zivilgesellschaft.

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