19.05.2016

PRO ASYL, Rat für Migra­ti­on, Dia­ko­nie und Pari­tä­ti­scher for­dern zen­tra­le Ände­run­gen am geplan­ten Inte­gra­ti­ons­ge­setz

Anläss­lich des geplan­ten Koali­ti­ons­tref­fens in Mese­berg for­dern PRO ASYL, der Pari­tä­ti­sche Wohl­fahrts­ver­band, die Dia­ko­nie Deutsch­land und der Rat für Migra­ti­on, ein bun­des­wei­ter Zusam­men­schluss von über 100 Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern, in einem gemein­sa­men Brand­brief die Bun­des­re­gie­rung auf, von zen­tra­len Rege­lun­gen im soge­nann­ten „Inte­gra­ti­ons­ge­setz“ wie­der Abstand zu neh­men.

Kon­kret sind es die neu­en Hür­den zur Erlan­gung der Nie­der­las­sungs­er­laub­nis, die geplan­te Wohn­sitz­zu­wei­sung sowie die Andro­hung von Sank­tio­nen in Form von Leis­tungs­kür­zun­gen, die aus Sicht der Unter­zeich­nen­den drin­gend aus dem Gesetz­ent­wurf gestri­chen wer­den müs­sen. Die Orga­ni­sa­tio­nen machen ver­fas­sungs- und EU-recht­li­che Beden­ken gel­tend und war­nen davor, dass die Umset­zung der geplan­ten Maß­nah­men eher zur Aus­gren­zung als zur Inte­gra­ti­on bei­tra­gen wer­de.

„Die­ses Inte­gra­ti­ons­ge­setz ist rei­ne Eti­ket­tentäu­schung und wird zu Des­in­te­gra­ti­on statt zu Inte­gra­ti­on füh­ren“, warnt Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL. Prof. Dr. Wer­ner Schif­fau­er, Vor­sit­zen­der des Rats für Migra­ti­on, kri­ti­siert: „Ins­be­son­de­re die geplan­ten Wohn­sitz­zu­wei­sun­gen dro­hen zu ech­ten Inte­gra­ti­ons­hemm­nis­sen zu wer­den und wider­spre­chen im Übri­gen auch allen Erkennt­nis­sen der Migra­ti­ons­wis­sen­schaft.“

Prof. Dr. Rolf Rosen­brock, Vor­sit­zen­der des Pari­tä­ti­schen Gesamt­ver­ban­des betont: „Der Ent­wurf gleicht einem Sank­ti­ons­ka­ta­log und ver­mit­telt den Ein­druck, als feh­le es an Inte­gra­ti­ons­be­reit­schaft bei den Geflüch­te­ten. Das Kern­pro­blem ist jedoch, dass es an aus­rei­chen­den Inte­gra­ti­ons­an­ge­bo­ten fehlt.“

Den Brief an Bun­des­in­nen­mi­nis­ter de Mai­ziè­re, Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin Nah­les und Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Maas fin­den Sie hier.

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