31.08.2006

Ihr per­sön­li­ches Ein­tre­ten für Flücht­lin­ge ist bei­spiel­haft. Die fei­er­li­che Preis­ver­lei­hung der „PRO-ASYL-Hand 2006“ fand am 9. Sep­tem­ber 2006 um 20.00 Uhr im Rah­men der Tagung „Kein Ort, nir­gends!“ in der Evan­ge­li­schen Aka­de­mie Tutz­ing statt. Der Preis ist mit jeweils 1.000 Euro dotiert.

Ges­tern Kal­ter Krieg und Eiser­ner Vor­hang, heu­te elen­de Flücht­lings­la­ger und bru­ta­le Prak­ti­ken an den neu­en Außen­gren­zen der EU – Ferenc Kös­zeg kämpft seit Jahr­zehn­ten für die Bür­ger- und Men­schen­rech­te. Er ist Grün­der des European Roma Rights Cen­ters, des unga­ri­schen Hel­sin­ki-Komi­tees und ande­rer Insti­tu­tio­nen. Ferenc Kös­zeg wur­de in Polen für sein Enga­ge­ment als Bür­ger­recht­ler bereits mit der Soli­dar­nosc-Medail­le aus­ge­zeich­net. Gegen­wär­tig gilt das Augen­merk sei­ner Arbeit dem Schick­sal von Flücht­lin­gen an der Gren­ze Ungarns zur Ukrai­ne. Ferenc Kös­zeg hat zusam­men mit Mit­strei­te­rin­nen und Mit­strei­tern zahl­rei­che Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen doku­men­tiert und die kata­stro­pha­len Ver­hält­nis­se in den Flücht­lings- und Haft­la­gern der Ukrai­ne an die Öffent­lich­keit gebracht. Die Stif­tung PRO ASYL ehrt ihn für sei­nen unent­weg­ten und uner­schro­cke­nen Ein­satz.

Vor der Küs­te Lam­pe­du­sas, 20. Juni 2004: Die Cap Ana­mur ret­tet 37 Flücht­lin­ge, die hilf­los mit ihrem Schlauch­boot im Mit­tel­meer trei­ben, aus See­not. Kapi­tän Ste­fan Schmidt tat das, was er als sei­ne Pflicht ansah: Er ret­te­te Men­schen aus der See­not und woll­te sie in einen siche­ren Hafen brin­gen. Jedoch erst drei Wochen spä­ter, am 12. Juli 2004, erlau­ben die ita­lie­ni­schen Behör­den die Ein­fahrt des Schif­fes in den sizi­lia­ni­schen Hafen Por­to Empe­do­cle. Noch am sel­ben Tag wird der Kapi­tän zusam­men mit dem dama­li­gen Vor­sit­zen­den der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Eli­as Bier­del sowie dem Ers­ten Offi­zier Vla­di­mir Dasch­ke­witsch in Unter­su­chungs­haft genom­men. Die 37 Flücht­lin­ge kom­men sofort in Abschie­be­haft und wer­den kur­ze Zeit spä­ter abge­scho­ben.

Zur­zeit steht Ste­fan Schmidt zusam­men mit den ande­ren Beschul­dig­ten in Ita­li­en vor Gericht. Man wirft ihnen vor, sich zu einem Schlep­per­ring zusam­men­ge­schlos­sen und in einem beson­ders schwe­ren Fall der „ille­ga­len Ein­schleu­sung“ schul­dig gemacht zu haben. Ste­fan Schmidt: „Was wir getan haben – also hilf­lo­se Men­schen, die in einem Schlauch­boot über das Meer trei­ben, aus See­not zu ret­ten – hät­te jeder anstän­di­ge Mensch getan. Ich wür­de auch in Zukunft nie anders han­deln, dar­an kann mich kein Gericht der Welt hin­dern.“ Die Stif­tung PRO ASYL ehrt ihn für sei­ne Zivil­cou­ra­ge und sei­ne Mensch­lich­keit.

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