14.12.2017

PRO ASYL: Pan­nen mit sol­chen Aus­wir­kun­gen müs­sen zukünf­tig ver­hin­dert wer­den.

Heu­te 12:30 Uhr wird der afgha­ni­sche Flücht­ling Has­ma­tul­la F. nach Deutsch­land zurück­keh­ren. Er wur­de am 14. Sep­tem­ber 2017 von Tübin­gen aus rechts­wid­rig nach Bul­ga­ri­en abge­scho­ben. Dort erhielt er kein Asyl­ver­fah­ren, son­dern wur­de in einem Abschie­be­ge­fäng­nis inhaf­tiert und unter Schlä­gen dazu gezwun­gen, sich mit einer „frei­wil­li­gen Aus­rei­se“ ein­ver­stan­den zu erklä­ren.

Die Abschie­bung von Bul­ga­ri­en nach Afgha­ni­stan war am 3. Okto­ber erfolgt, obwohl bereits am 22. Sep­tem­ber das Ver­wal­tungs­ge­richt Sig­ma­rin­gen ange­ord­net hat­te, dass das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge (BAMF) F. nach Deutsch­land zurück­ho­len muss, der nach sei­nen Anga­ben von Ver­fol­gung durch die Tali­ban bedroht ist. In einem wei­te­ren Beschluss ord­ne­te das Gericht dar­auf­hin die Rück­ho­lung von Afgha­ni­stan nach Deutsch­land an. Das Asyl­ver­fah­ren wird nun in deut­scher Zustän­dig­keit wei­ter­ge­führt.

PRO ASYL erwar­tet, dass die der rechts­wid­ri­gen Abschie­bung zugrun­de lie­gen­den Pan­nen zukünf­tig wirk­sam ver­hin­dert wer­den. Es muss mit hun­dert­pro­zen­ti­ger Sicher­heit beim Bun­des­amt gewähr­leis­tet sein, dass Abschie­bun­gen nur in Gang gesetzt wer­den, wenn fest­steht, ob die zugrun­de lie­gen­den Gerichts­ent­schei­dun­gen rechts­kräf­tig gewor­den sind oder nicht. Rechtsanwält*innen haben PRO ASYL berich­tet, dass sie nicht sel­ten feh­ler­haf­te Bestands­kraft­s­mit­tei­lun­gen vom Bun­des­amt erhal­ten haben, was sich aller­dings nicht in Form von Abschie­bun­gen aus­ge­wirkt hat.

Has­ma­tul­la F. wird im Lau­fe des Nach­mit­tags in Tübin­gen erwar­tet, wo sich eine Viel­zahl von Unter­stüt­zern für sei­ne Rück­kehr ein­ge­setzt hat.

Das Tübin­ger Unter­stüt­zer-Bünd­nis lädt für heu­te Nach­mit­tag zur Pres­se­kon­fe­renz ein:

Wann: Don­ners­tag, 14.12. 2017, 19:30 Uhr

Wo: Mar­tin Bon­hoef­fer-Häu­ser, Loret­to­platz 30, 72072 Tübin­gen

Wer:
Vertreter*innen Bünd­nis Blei­be­recht Tübin­gen, move on – menschen.rechte Tübin­gen e.V., Spre­cher­rat Flücht­lings­hil­fen Kreis Tübin­gen
Has­ma­tul­la F. und sein Rechts­an­walt Mar­kus Nied­wo­rok

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