09.11.2012

PRO ASYL appel­liert an die Innen­mi­nis­ter von Bund und Län­dern die im Okto­ber gestie­ge­nen Asyl­zah­len nicht zu dra­ma­ti­sie­ren. PRO ASYL warnt davor, durch Rück­grif­fe auf das Voka­bu­lar der 90er Jah­re Stim­mung gegen Flücht­lin­ge zu machen. „Dies ist Was­ser auf die Müh­len der Rechts­ex­tre­men, die aus­ge­rech­net in die­sen Novem­ber­ta­gen zu Fackel­mär­schen und ande­ren Pro­tes­ten gegen Asyl­su­chen­de auf­ru­fen“, sagt Gün­ter Burk­hardt von PRO ASYL.

Alle Demo­kra­ten und Ver­tre­ter aller demo­kra­ti­schen Par­tei­en müs­sen Rechts­ex­tre­mis­ten und Ras­sis­ten ent­schie­den ent­ge­gen­tre­ten und die Grund- und Men­schen­rech­te ver­tei­di­gen. Es ist eine uner­träg­li­che Pro­vo­ka­ti­on, dass aus­ge­rech­net am 9. Novem­ber Rechts­ex­tre­mis­ten gegen Flücht­lin­ge demons­trie­ren.

PRO ASYL weist dar­auf hin, dass die Flucht­grün­de für Men­schen aus Syri­en, Afgha­ni­stan, Iran und Irak auf der Hand lie­gen. Auch Roma aus den Bal­kan­staa­ten darf nicht pau­schal ein mas­sen­haf­ter Miss­brauch des Asyl­rechts unter­stellt wer­den. Extre­me oder exis­tenz­ge­fähr­den­de Aus­gren­zung, die ein Staat hin­nimmt oder sogar för­dert, kann flücht­lings­recht­lich rele­vant sein. Es muss in jedem Ein­zel­fall sorg­fäl­tig geprüft wer­den, ob die Betrof­fe­nen Schutz benö­ti­gen. Dies sehen das inter­na­tio­na­le Flücht­lings­recht und die EU-Qua­li­fi­ka­ti­ons­richt­li­nie vor.

Euro­pa muss ins­ge­samt wirk­sa­me und nach­hal­ti­ge Maß­nah­men ent­wi­ckeln, um den Ras­sis­mus zu bekämp­fen, der den Roma ent­ge­gen­schlägt. Hier ist die euro­päi­sche Poli­tik – auch die Bun­des­re­gie­rung – gefor­dert. Die immer wie­der ver­lang­te Auf­he­bung der Visa­frei­heit für ser­bi­sche und maze­do­ni­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge beinhal­te kei­ner­lei Per­spek­ti­ve zur Lösung. Die Visa­frei­heit ist ein zen­tra­ler Bau­stein, um den Annä­he­rungs­pro­zess Ser­bi­ens und Maze­do­ni­ens an die Euro­päi­sche Uni­on zu unter­stüt­zen. PRO ASYL for­dert, dass in den Bei­tritts­ver­hand­lun­gen die Men­schen­rechts­si­tua­ti­on stär­ker als bis­her the­ma­ti­siert wird.

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