24.09.2014
Image
Berlin, Marzahn-Hellersdorf: Bürgerinnen und Bürger stellen sich rassistischen Protesten gegen eine dort eingerichtete Flüchtlingsunterkunft entgegen.Foto: flickr / ekvidi

Zum Tag des Flüchtlings am nächsten Freitag wird an über 200 Orten über Fluchtgründe aufgeklärt und ein Zeichen gegen die zunehmende rechte Hetze in Deutschland gesetzt.

Am Freitag, den 26. September 2014, findet der Tag des Flüchtlings mit Veranstaltungen und Aktionen in ganz Deutschland statt. An mehr als 200 Orten wird rassistischen Vorurteilen entgegengetreten und Flüchtlinge werden willkommen geheißen. Der Aktionstag wird von PRO ASYL koordiniert und ist Teil der Interkulturellen Woche, die am letzten Freitag gestartet ist. Das Motto im Jahr 2014: Gemeinsam gegen Rassismus!

„Eines Tages erfuhr er, dass die Taliban ihn umbringen wollen, weil sie ihn als Spion der Regierung betrachten. Daraufhin floh er und war wochenlang auf lebensgefährlichen Wegen unterwegs. […] Jetzt lebt Ali in einer Gemeinschaftsunterkunft in Vorpommern und hofft, in Deutschland Asyl zu bekommen.“ Auf Schicksale wie das von Ali aus Afghanistan macht am Freitag in Greifswald das Netzwerk Migration aufmerksam. Zum Tag des Flüchtlings wird dort und an vielen anderen Orten über Fluchtgründe aufgeklärt und ein Zeichen gegen die zunehmende rechte Hetze in Deutschland gesetzt.

Von Migranteninitativen, Gewerkschaften und Integrationsräte über Kirchengemeinden bis zu Hochschulen sind unterschiedlichste Akteure beteiligt. Die Veranstaltungen und Aktionen zum Tag des Flüchtlings sind ebenso vielfältig: In Volmarsdorf präsentieren Flüchtlinge aus dem Iran Bilder, Gedichte und Lebensgeschichten, in Emden stellen Schülerinnen und Schüler ihre digitale Weltkarte zur Diskussion, in Klein-Karben gedenken Muslime, Juden, Buddhisten und Christen gemeinsam den Flüchtlingstragödien und in Nordhausen wird zum Begegnungsfest eingeladen. Diese und andere Veranstaltungen sind wichtiger denn je, denn Proteste gegen Flüchtlinge und rassistische Gewalttaten nehmen zu.

Statistisch gesehen finden in Deutschland pro Woche fünf flüchtlingsfeindliche Kundgebungen oder Demonstrationen statt. Zu Angriffen auf Flüchtlingsunterkünften kommt es im Schnitt mindestens einmal pro Woche. Allein im ersten Halbjahr 2014 fanden 155 gegen Flüchtlinge gerichtete Kundgebungen und Demonstrationen statt, oft unter Beteiligung von Rechtsextremen, die sich nicht selten als „Bürgerinitiativen“ tarnen. Im selben Zeitraum wurden 34 Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte verübt. PRO ASYL hat daher verschiedene Materialien erstellt um Vorurteilen mit Fakten zu begegnen und klärt mit dem Heft zum Tag des Flüchtlings über die Situation von Flüchtlingen in Deutschland und Europa auf.

Welche Veranstaltungen bei Ihnen vor Ort stattfinden, erfahren Sie hier.*

*Wenn Sie die von Ihnen organisierte Veranstaltung nicht in der Datenbank finden, dann schicken Sie bitte Ihren Hinweis / Ihr Programm an: info@interkulturellewoche.de