15.07.2009
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Mit 82 der 89 Flücht­lin­ge, die Anfang Juli von Ita­li­en auf­ge­grif­fen und nach Liby­en gebracht wur­den, hat der UNHCR mitt­ler­wei­le Inter­views füh­ren kön­nen. Dabei stell­te sich her­aus, dass vie­le von ihnen des inter­na­tio­na­len Schut­zes bedür­fen. Ita­li­en hat­te Anfang Juli 89 Flücht­lin­ge vor der Insel Lam­pe­du­sa auf­ge­grif­fen und nach Liby­en zurück­ge­scho­ben. Auf den ita­lie­ni­schen Schif­fen wur­de

Mit 82 der 89 Flücht­lin­ge, die Anfang Juli von Ita­li­en auf­ge­grif­fen und nach Liby­en gebracht wur­den, hat der UNHCR mitt­ler­wei­le Inter­views füh­ren kön­nen. Dabei stell­te sich her­aus, dass vie­le von ihnen des inter­na­tio­na­len Schut­zes bedür­fen.

Ita­li­en hat­te Anfang Juli 89 Flücht­lin­ge vor der Insel Lam­pe­du­sa auf­ge­grif­fen und nach Liby­en zurück­ge­scho­ben. Auf den ita­lie­ni­schen Schif­fen wur­de kei­ne Iden­ti­fi­zie­rung vor­ge­nom­men. 76 Men­schen kom­men aus Eri­trea, dar­un­ter neun Frau­en und sechs Kin­der. Aus den Inter­views ergab sich, dass Ita­li­en den Flücht­lin­gen in den 12 Stun­den zwi­schen der Ret­tung auf See und der Zurück­füh­rung nach Liby­en kei­ne Nah­rung zur Ver­fü­gung stell­te. Es kam sogar zu Hand­greif­lich­kei­ten, wes­halb sechs Eri­tre­er medi­zi­nisch ver­sorgt wer­den muss­ten. Auch sämt­li­cher per­sön­li­cher Besitz samt Papie­ren wur­de ihnen abge­nom­men und bis­her nicht zurück­ge­ge­ben.

UNHCR for­der­te die ita­lie­ni­sche Regie­rung in einem Brief auf, ihre inter­na­tio­na­len Ver­pflich­tun­gen ein­zu­hal­ten. Seit Mai habe Ita­li­en min­des­tens 900 Men­schen, die übers Meer nach Ita­li­en gelan­gen woll­ten, zurück­ge­schickt, die meis­ten davon nach Liby­en.

PRO ASYL hält es für skan­da­lös, dass die ita­lie­ni­sche Regie­rung die Über­stel­lung von poli­ti­schen Flücht­lin­gen in einen Nicht­un­ter­zeich­ner­staat der Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on zuge­las­sen hat, der bereits in der Ver­gan­gen­heit Eri­tre­er direkt in ihr Ver­fol­ger­land zurück­ge­schickt hat.