03.09.2011
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Julia Kümmel und Herbert Leuninger

Die STIFTUNG PRO ASYL verleiht ihren Menschenrechtspreis 2011, die PRO-ASYL-Hand, heute an Julia Kümmel. Dass auch in Zukunft bei bevorstehenden Abschiebungen oder Menschenrechtsverletzungen an Deutschlands Flughäfen demonstriert werden darf, ist dem beharrlichen Engagement von Julia Kümmel zu verdanken.

Die Akti­vis­tin und Abschie­bungs­geg­ne­rin Julia Küm­mel hat­te im März 2003 mit ande­ren Mit­glie­dern der „Initia­ti­ve gegen Abschie­bung“ am Frank­fur­ter Flug­ha­fen gegen die Abschie­bung eines Ira­kers demons­triert und vom Flug­ha­fen­be­trei­ber FRAPORT hier­für ein „Haus­ver­bot“ erhal­ten. Unter Beru­fung auf das Grund­recht auf Demons­tra­ti­ons- und Mei­nungs­frei­heit klag­te Julia Küm­mel dage­gen und nahm trotz des Ver­bots erneut an einer Demons­tra­ti­on am Flug­ha­fen teil. Acht Jah­re spä­ter gab ihr nach einem ner­ven­auf­rei­ben­den Rechts­streit schließ­lich das höchs­te deut­sche Gericht recht – am 22. Febru­ar 2011 stell­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in sei­ner Urteils­be­grün­dung klar, dass das Ver­bot des Ver­tei­lens von Flug­blät­tern nicht auf den Wunsch gestützt wer­den kön­ne,“ eine ‚Wohl­fühl­at­mo­sphä­re‘ in einer rei­nen Welt des Kon­sums zu schaf­fen, die von poli­ti­schen Dis­kus­sio­nen und gesell­schaft­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen frei bleibt.“

Die STIFTUNG PRO ASYL wür­digt Julia Küm­mel mit dem Men­schen­rechts­preis, der PRO-ASYL-Hand. Die Lau­da­tio wird der ehe­ma­li­ge Spre­cher von RRO ASYL, Her­bert Leu­nin­ger, hal­ten.

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Zum Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts »