21.05.2009
Image

Podi­ums­dis­kus­si­on mit Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Wolf­gang Schäub­le, einem FRON­TEX-Ver­tre­ter, dem ehe­ma­li­gen Innen­mi­nis­ter von Togo und Karl Kopp von PRO ASYL. Auf dem Evan­ge­li­schen Kir­chen­tag in Bre­men wur­de am 21. Mai 2009 die Situa­ti­on von Flücht­lin­gen an den EU-Außen­gren­zen auf einem hoch­ran­gi­gen Podi­um dis­ku­tiert. Mit einem Impuls von Ste­fan Schmidt, Kapi­tän der Cap Ana­mur, der 2004 afri­ka­ni­sche Flücht­lin­ge

Podi­ums­dis­kus­si­on mit Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Wolf­gang Schäub­le, einem FRON­TEX-Ver­tre­ter, dem ehe­ma­li­gen Innen­mi­nis­ter von Togo und Karl Kopp von PRO ASYL.

Auf dem Evan­ge­li­schen Kir­chen­tag in Bre­men wur­de am 21. Mai 2009 die Situa­ti­on von Flücht­lin­gen an den EU-Außen­gren­zen auf einem hoch­ran­gi­gen Podi­um dis­ku­tiert. Mit einem Impuls von Ste­fan Schmidt, Kapi­tän der Cap Ana­mur, der 2004 afri­ka­ni­sche Flücht­lin­ge aus See­not geret­tet hat, wur­de die Dis­kus­si­on eröff­net. Der Euro­pa­re­fe­rent von PRO ASYL, Karl Kopp, schil­der­te die dra­ma­ti­sche Situa­ti­on von Flücht­lin­gen: „Es ist kein gefahr­frei­er Zugang für Schutz­su­chen­de gewähr­leis­tet.“ Er kri­ti­sier­te damit die Poli­tik der EU, die ihre Ver­ant­wor­tung für Schutz­su­chen­de miss­ach­tet, indem sie ihnen den Zugang nach Euro­pa ver­wei­gert.

Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Wolf­gang Schäub­le bekann­te sich zur Pflicht, in See­not gera­te­ne Boots­flücht­lin­ge zu ret­ten. Auch die Gel­tung inter­na­tio­na­ler und euro­päi­scher Rege­lun­gen, etwa der Men­schen­rechts­kon­ven­tio­nen, stell­te der Minis­ter nicht in Abre­de. Mit der Pra­xis hat dies indes wenig zu tun. PRO ASYL kri­ti­siert seit lan­gem, dass die men­schen­recht­li­chen Ver­pflich­tun­gen auf Hoher See tag­täg­lich miss­ach­tet wer­den. Wenn mit­hil­fe von FRONTEX Flücht­lings­boo­te in Staa­ten wie die Tür­kei oder den Sene­gal zurück­ge­drängt wer­den, dann stellt dies eine Ver­let­zung der Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on dar. Denn dort fin­den sie kei­nen Schutz vor Ver­fol­gung und ande­ren Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen. Auf dem Podi­um des Kir­chen­ta­ges beton­te Karl Kopp von PRO ASYL, dass das Ver­hal­ten der euro­päi­schen Staa­ten – wie zum Bei­spiel aktu­ell das Ver­hal­ten Ita­li­ens – auch im Namen der übri­gen EU-Regie­run­gen statt­fin­de. In die­sem Zusam­men­hang for­der­te er, dass Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen zu sank­tio­nie­ren sei­en.

Bericht vom Kir­chen­tag »>