14.07.2009
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Lager in Patras vor der Zerstörung

Im grie­chi­schen Patras wur­den am Wochen­en­de Flücht­lings­la­ger von Bull­do­zern voll­stän­dig zer­stört. Die über Jah­re ent­stan­de­nen, slum-ähn­li­chen Behau­sun­gen wur­den von über­wie­gend afgha­ni­schen Flücht­lin­gen bewohnt, die in Grie­chen­land kei­ne ande­re Unter­kunft fan­den und dort ohne Trink­was­ser­zu­gang oder sani­tä­re Ein­rich­tun­gen leb­ten. Min­des­tens 100 Men­schen, dar­un­ter auch vie­le Min­der­jäh­ri­ge, wur­den auf­ge­grif­fen und größ­ten­teils in Abschie­be­ge­fäng­nis­se gebracht. Aller­dings leb­ten in

Im grie­chi­schen Patras wur­den am Wochen­en­de Flücht­lings­la­ger von Bull­do­zern voll­stän­dig zer­stört. Die über Jah­re ent­stan­de­nen, slum-ähn­li­chen Behau­sun­gen wur­den von über­wie­gend afgha­ni­schen Flücht­lin­gen bewohnt, die in Grie­chen­land kei­ne ande­re Unter­kunft fan­den und dort ohne Trink­was­ser­zu­gang oder sani­tä­re Ein­rich­tun­gen leb­ten. Min­des­tens 100 Men­schen, dar­un­ter auch vie­le Min­der­jäh­ri­ge, wur­den auf­ge­grif­fen und größ­ten­teils in Abschie­be­ge­fäng­nis­se gebracht. Aller­dings leb­ten in dem Lager meh­re­re hun­dert Flücht­lin­ge, die offen­bar vor­ge­warnt wor­den und nun gezwun­gen waren, abzu­tau­chen.

Über Patras ver­su­chen Tau­sen­de, nach Ita­li­en oder West­eu­ro­pa zu kom­men und blei­ben oft unfrei­wil­lig dort hän­gen. Der Abriss der Lager, der in den grie­chi­schen Medi­en auch als „Ope­ra­ti­on Besen“ bekannt ist, zeigt die neue Gang­art gegen­über Flücht­lin­gen und Migran­ten. Es ist zu befürch­ten, dass sys­te­ma­ti­scher abge­scho­ben wird statt – wie vom UNHCR und ande­ren Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen wie­der­holt gefor­dert – fai­re Asyl­ver­fah­ren und men­schen­wür­di­ge Unter­brin­gungs­mög­lich­kei­ten zu schaf­fen. Der grie­chi­sche Pre­mier Kost­an­ti­nos Kara­man­lis trifft die­se Woche die spa­ni­schen und ita­lie­ni­schen Regie­rungs­chefs, um die Mit­tel­meer­staa­ten­stra­te­gie für die Ver­hand­lun­gen zum Stock­holm­pro­gramm am 16. und 17. Juli zu bespre­chen. Ganz oben auf der Prio­ri­tä­ten­lis­te steht das Ziel, den Druck auf die Tür­kei zu erhö­hen, damit sie die Flucht­we­ge nach Grie­chen­land ver­sperrt und bes­ser koope­riert bei der Rück­über­nah­me von Flücht­lin­gen.

SWR-Inter­view mit Karl Kopp zur Lage in Patras »