15.01.2014
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Tausende Flüchtlinge suchen Schutz vor dem Kämpfen in einem der UN-Camps im Land. Dort entstehen erste Geschäftsinitiativen, hier im Bild eine Aufladestation für Mobiltelefone. Bild: UNHCR/K.McKinsey/2014

Die Flüchtlinge aus Südsudan wollten sich auf einer Flussfähre auf dem Weißen Nil vor Kämpfen in der Stadt Malakal in Sicherheit bringen. Das Unglück wirft ein Schlaglicht auf die Situation Hunderttausender Flüchtlinge in dem zerrütteten Land.

Die Fäh­re mit Flücht­lin­gen aus Mala­kal soll über­füllt gewe­sen sein, alle Insas­sen bei dem Unglück ertrun­ken. Unter den Opfern der Fähr­ka­ta­stro­phe sind Medi­en­be­rich­ten zufol­ge zahl­rei­che Kin­der. Die Stadt im ölrei­chen Nor­den Süd­su­dans wird von regie­rungs­treu­en Trup­pen des amtie­ren­den Staats­chefs Sal­va Kiir und den Anhän­gern sei­nes Riva­len Riek Machar umkämpft.

Schutz­su­chen­de erneut gefähr­det

Die Mit­te Dezem­ber im süd­li­chen Lan­des­teil ent­brann­ten Kämp­fe haben inzwi­schen auf den Nor­den über­ge­grif­fen. Die Ent­wick­lung ist auch für Men­schen aus dem Lan­des­sü­den fatal, die im Nor­den Schutz gesucht hat­ten. Bei den Kämp­fen um Mala­kal wur­den offen­bar Dut­zen­de der 20.000 Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner eines UN-Lagers ver­letzt.

Seit Mit­te Dezem­ber sind UNHCR zufol­ge sind rund 78.000 Men­schen in Nach­bar­län­der geflo­hen. Mehr als die Hälf­te von ihnen flo­hen in die West­nil-Regi­on Ugan­das, die sich über Süd­su­dan und die Demo­kra­ti­sche Repu­blik Kon­go erstreckt. Wei­te­re Zie­le sind der Sudan, Kenia und Ätho­pi­en.  Inner­halb der Gren­zen Süd­su­dans stieg die Zahl der Flücht­lin­ge im Lauf der ver­gan­ge­nen Woche um 200.000 auf  355.000 an. Ande­re Schät­zun­gen gehen bis zu 395.000 Men­schen. Tau­sen­de suchen Schutz in einem der UN-Lager im Land.

Schwe­re Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen

Die Flücht­lin­ge berich­ten von Tötun­gen, nie­der­ge­brann­ten Häu­sern und Schuss­wech­seln. Beob­ach­tern zufol­ge ver­üben bei­de Kon­flikt­par­tei­en schwe­re Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen. Es kommt zu – oft eth­nisch moti­vier­ter – Gewalt und Mas­sen­ver­trei­bun­gen. Kämp­fer wie Zivi­lis­ten wer­den hin­ge­rich­tet.

UNHCR zeigt sich besorgt: Wegen der anhal­ten­den Gewalt sei­en vie­le Flücht­lin­ge von Hil­fen und medi­zi­ni­scher Ver­sor­gung abge­schnit­ten. Ende Dezem­ber hat­te die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on vor dem Aus­bruch von Epi­de­mi­en in den Lagern der UN gewarnt. Mehr als eine hal­be Mil­li­on Men­schen sei­en direkt oder indi­rekt von den Kampf­hand­lun­gen betrof­fen. UNHCR rech­net mit einem wei­te­ren Anstieg der Flücht­lings­zah­len.

(Bild­quel­le Kar­te links oben: UNHCR-Län­der­info Süd­su­dan)

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