21.09.2009
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Unter dem Motto “Misch mit!” finden bis zum 3. Oktober bundesweit in 270 Städten und Gemeinden rund 3.000 Veranstaltungen zur Interkulturellen Woche statt. Zum Auftakt hat Landesbischof Dr. Johannes Friedrich in einem ökumenischen Gottesdienst in München die bestehenden Bleiberechtsregelungen kritisiert. Die im Jahr 2007 beschlossene Bleiberechtsregelung werde von den Kirchen als wichtiger erster Schritt gewürdigt,

Unter dem Motto “Misch mit!” finden bis zum 3. Oktober bundesweit in 270 Städten und Gemeinden rund 3.000 Veranstaltungen zur Interkulturellen Woche statt. Zum Auftakt hat Landesbischof Dr. Johannes Friedrich in einem ökumenischen Gottesdienst in München die bestehenden Bleiberechtsregelungen kritisiert.

Die im Jahr 2007 beschlossene Bleiberechtsregelung werde von den Kirchen als wichtiger erster Schritt gewürdigt, greife aber zu kurz. In seiner Predigt ging Friedrich auch auf das Schicksal der 19-jährigen staatenlosen Kurdin Nissrin Ali ein, die vor kurzem den Menschenrechtspreis der Stiftung Pro Asyl für ihr Engagement für die Rechte von Flüchtlingen erhielt. Weil sie den Stichtag für ein Bleiberecht auf Probe knapp verpasste, lebt sie seit Jahren in einem Asylbewerberheim in Bayreuth und darf trotz erfolgreichen Schulabschlusses keine Ausbildung oder Arbeit aufnehmen. Friedrich kritisierte, zur Zeit würden 100.000 Flüchtlinge zum Nichtstun verdammt in Deutschland leben. Integration könne nicht gelingen, wenn Migrantinnen und Migranten die Möglichkeit verweigert werde, sich langfristig zu verwurzeln.

Pro Asyl und die Kirchen fordern, die Praxis der sogenannten Kettenduldungen zu beenden und Menschen, denen aus verschiedensten Gründen eine Ausreise nicht zugemutet werden kann, eine Aufenthaltsperspektive zu ermöglichen.

Im Rahmen der diesjährigen Interkulturellen Woche finden zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Bleiberecht statt. Informationen und Termine finden Sie unter www.interkulturellewoche.de