16.05.2012
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Die israelische NGO „Hotline for Migrant Workers“ hat mit der Unterstützung der Stiftung PRO ASYL einen Bericht über das Asylverfahren in Israel veröffentlicht.

Isra­el ver­fügt erst seit 2008 über ein eige­nes Asyl­ver­fah­ren, zuvor war allein UNHCR für die Prü­fung von Schutz­ge­su­chen zustän­dig. Die zustän­di­ge israe­li­sche Behör­de nahm ihre Arbeit 2009 auf. In ihrem Bericht weist die Hot­line for Migrant Workers auf die ekla­tan­ten Miss­stän­de im israe­li­schen Asyl­ver­fah­ren hin – die­se zei­gen sich schon allein dadurch, dass seit Bestehen des israe­li­schen Asyl­ver­fah­rens ein ein­zi­ger Flücht­ling als schutz­be­dürf­tig aner­kannt wur­de.

Dies ist beson­ders bri­sant, weil das Land für Flücht­lin­ge aus afri­ka­ni­schen Kri­sen­ge­bie­ten ein wich­ti­ges Ziel- und Tran­sit­land ist – etwa für Men­schen, die aus Eri­trea oder dem Sudan flie­hen. Vie­le ver­su­chen von dort aus wei­ter nach Euro­pa zu flie­hen – ande­re Flucht­rou­ten konn­ten die EU und ihre Mit­glied­staa­ten bereits erfolg­reich blo­ckie­ren. In Isra­el droht den Schutz­su­chen­den die Abschie­bung in das Ver­fol­ger­land.

Hot­line for Migrant Workers macht auch regel­mä­ßig Vor­fäl­le von Miss­hand­lun­gen von meist eri­trei­schen und suda­ne­si­schen Schutz­su­chen­den durch Men­schen­händ­ler auf ihrem Flucht­weg nach Isra­el publik. Seit knapp zwei Jah­ren rei­ßen die Berich­te von Ent­füh­run­gen, Erpres­sun­gen, Fol­ter und Todes­fäl­len von Flücht­lin­gen im Sinai nicht ab. Schaf­fen es die Flücht­lin­ge über die Gren­ze nach Isra­el, droht ihnen dort die Inhaf­tie­rung: Im Janu­ar 2012 ver­ab­schie­de­te die israe­li­sche Regie­rung ein Gesetz, das die Inhaf­tie­rung von „irre­gu­lä­ren Ein­wan­de­rern“ von bis zu drei Jah­ren erlaubt.

Die eng­lisch­spra­chi­ge Bro­schü­re „Until our hearts are com­ple­te­ly har­den­ed – Asyl­um Pro­ce­du­res in Isra­el“ kön­nen Sie hier als PDF her­un­ter­la­den (1,52MB, 62 Sei­ten)

Zur Home­page der israe­li­schen Orga­ni­sa­ton „Hot­line für Migrant Workers“