01.04.2012

Newsletter Apr 2012

Ende eines Trends. Zum ers­ten Mal seit fünf Jah­ren ist die Zahl der Abschie­bun­gen gestie­gen. Dies ergibt sich aus der Beant­wor­tung einer klei­nen Anfra­ge zur Zahl der Abschie­bun­gen im Jahr 2011 durch die Bun­des­re­gie­rung (BT-Druck­sa­che 17/8834). Abge­scho­ben wur­den ins­ge­samt im Jahr 2011 7.917 Men­schen, die meis­ten auf dem Luft­weg und hier­von wie­der­um die gro­ße Mehr­zahl vom Flug­ha­fen Frank­furt am Main (3.056). Unter den 30 Haupt­ziel­staa­ten von Abschie­bun­gen gehö­ren 14 zum Schen­gen-Raum, ein Beleg, in wel­chem Umfang die Dub­lin-II-Ver­ord­nung als Zustän­dig­keits­sys­tem für die Behand­lung von Asyl­ver­fah­ren per Abschie­bung inklu­si­ve vor­he­ri­ger Inhaf­tie­rung durch­ge­setzt wird. Weit oben auf der Lis­te ste­hen die Nach­fol­ge­staa­ten des ehe­ma­li­gen Jugo­sla­wi­ens, ein Indiz dafür, dass vie­le der Abge­scho­be­nen Roma aus Ser­bi­en, Maze­do­ni­en und dem Koso­vo sind. In Ver­bin­dung mit einer frü­he­ren klei­nen Anfra­ge der Lin­ken zu Abschie­bun­gen nach Syri­en ergibt sich, dass noch im zwei­ten Quar­tal 2011 acht Per­so­nen nach Syri­en abge­scho­ben wur­den, obwohl bereits Mona­te zuvor die extre­me Unsi­cher­heit der Ver­hält­nis­se in Syri­en klar war.