01.05.2014

Newsletter May 2014

Wäh­rend die Gro­ße Koali­ti­on per Gesetz Ser­bi­en, Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na und Maze­do­ni­en zu siche­ren Her­kunfts­staa­ten von Asyl­su­chen­den erklä­ren will, hat ein Stutt­gar­ter Gericht zwei Ange­hö­ri­ge der Roma-Min­der­heit in Ser­bi­en als Flücht­lin­ge aner­kannt, die zuvor vom Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge als „offen­sicht­lich unbe­grün­det“ abge­lehnt wor­den waren. Unter ande­rem folgt das Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart der Ein­schät­zung der als sach­ver­stän­di­ge Zeu­gin ein­ge­la­de­nen Exper­tin der Roma-Orga­ni­sa­ti­on Cha­chipe Dr. Karin Warin­go, dass der ser­bi­sche Staat Roma kei­nen hin­rei­chen­den Schutz gegen die häu­fi­ger wer­den­den Über­grif­fe Drit­ter gewährt. Aus­schlag­ge­bend sei aller­dings die Beschrän­kung der Aus­rei­se­frei­heit und ande­rer Men­schen­rech­te der Roma in Ser­bi­en. Das ser­bi­sche Recht stel­le die Aus­rei­se mit der Absicht, Asyl zu bean­tra­gen, unter bestimm­ten Umstän­den unter Stra­fe, was die Euro­päi­sche Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on wie die ser­bi­sche Ver­fas­sung ver­let­ze. Dabei lie­ge eine Ver­fol­gungs­hand­lung vor. Da die ent­spre­chen­den Kon­troll­maß­nah­men auf die Min­der­heit der Roma ziel­ten, knüp­fe die Ver­fol­gung auch an ein asyl­re­le­van­tes Merk­mal an. PRO ASYL hat die Ent­schei­dung in einer Pres­se­er­klä­rung vom 28. April 2014 kom­men­tiert und den Wort­laut des Urteils doku­men­tiert.