Zwei Tage zuvor, am 27. April 2015, hat­te die Bun­des­re­gie­rung eine klei­ne Anfra­ge der Bun­des­tags­frak­ti­on Die Lin­ke zu „Ver­bes­se­run­gen der gesund­heit­li­chen Ver­sor­gung von Asyl­be­wer­be­rin­nen und Asyl­be­wer­bern“ beant­wor­tet (BT-Druck­sa­chen 18/4566, 18/4758). Gefragt wur­de ins­be­son­de­re, wie sich denn die deut­sche Rechts­la­ge vor dem Hin­ter­grund der wirt­schaft­li­chen, sozia­len und kul­tu­rel­len Men­schen­rech­te dar­stel­le. Sie ver­bie­ten Dis­kri­mi­nie­rung bei der Gesund­heits­ver­sor­gung und nor­mie­ren das Recht auf ein Höchst­maß an kör­per­li­cher und geis­ti­ger Gesund­heit. Ein gesetz­ge­be­ri­scher Ände­rungs­be­darf im Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz ergibt sich nach Ansicht der Bun­des­re­pu­blik nicht. Arti­kel 12 WSK-Pakt ver­pflich­te ledig­lich zur Ver­wirk­li­chung des Rechts auf dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Zugang zum bestehen­den Sys­tem und zu Ein­rich­tun­gen. Kon­kre­te Gewähr­leis­tungs­an­sprü­che las­sen sich angeb­lich hier­aus nicht ablei­ten. Ände­rungs­be­darf erge­be sich aller­dings auf­grund der Vor­ga­ben der EU-Auf­nah­me­richt­li­nie, soweit dort Aspek­te der medi­zi­ni­schen und psy­cho­lo­gi­schen Behand­lung oder Betreu­ung betrof­fen sei­en. Die Bun­des­re­gie­rung sieht bei der Umset­zung des Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­set­zes im Umgang mit Kran­ken kei­ne Defi­zi­te. Die zen­tra­le Ethik­kom­mis­si­on der Bun­des­ärz­te­kam­mer hat­te im Jahr 2013 kri­ti­siert, es sei aus ethi­scher Sicht in hohem Maße bedenk­lich, dass Ent­schei­dun­gen über die Behand­lungs­be­dürf­tig­keit von Pati­en­ten de fac­to von medi­zi­nisch nicht Fach­kun­di­gen gefällt wür­den, soweit Asyl­su­chen­de betrof­fen sei­en. Man ver­weist erneut auf die Auf­fas­sung, dass die Bedarfs­prü­fung nach den Para­gra­phen 4 und 6 Asyl­bLG regel­mä­ßig über exter­nen Sach­ver­stand sicher­ge­stellt wer­de. Die Dis­kus­si­on um die Ein­füh­rung einer Gesund­heits­kar­te für Asyl­su­chen­de schleppt sich dahin. Man prüft…

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