01.12.2014

Newsletter Dec 2014

Das UN-Flücht­lings­hoch­kom­mis­sa­ri­at UNHCR ver­öf­fent­lich­te im Novem­ber ein Posi­ti­ons­pa­pier zu Abschie­bun­gen nach Liby­en. Dar­in drängt die Orga­ni­sa­ti­on dar­auf, dass alle Staa­ten Men­schen, die aus Liby­en flie­hen, Zugang zu ihrem Ter­ri­to­ri­um garan­tie­ren und davon abse­hen, zwangs­wei­se Men­schen nach Liby­en abzu­schie­ben, solan­ge sich die men­schen­recht­li­che Situa­ti­on nicht bedeu­tend ver­bes­sert hat.  UNHCR zufol­ge sei es für Asyl­su­chen­de aus Liby­en in den meis­ten Fäl­len nicht mög­lich, in einer ande­ren Regi­on des Lan­des adäqua­ten Schutz zu fin­den, der „prak­tisch, sicher und legal zugäng­lich“ wäre. Was Dritt­staats­an­ge­hö­ri­ge angeht und ins­be­son­de­re Flücht­lin­ge und Asyl­su­chen­de, warnt UNHCR, dass sie einem hohen Risi­ko von Miss­brauch aus­ge­setzt sind in der aktu­ell äußerst unsi­che­ren Situa­ti­on. Immer mehr Men­schen ver­su­chen daher von Liby­en aus über das Mit­tel­meer nach Euro­pa wei­ter zu flüch­ten. Syrer und Eri­tre­er mach­ten 46 Pro­zent der­je­ni­gen in 2014 aus, über die­se lebens­ge­fähr­li­che Rou­te nach Ita­li­en gelang­ten. Des Wei­te­ren hält UNHCR in sei­nem Posi­ti­ons­pa­pier fest, dass Flücht­lin­ge, Asyl­su­chen­de und Arbeits­mi­gran­tIn­nen sys­te­ma­tisch und weit­ver­brei­tet unter Bedin­gun­gen inhaf­tiert wer­den, die sich wei­ter mas­siv ver­schlech­tern. Grün­de dafür sind die anhal­ten­den Kämp­fe, der Zusam­men­bruch der öffent­li­chen Diens­te und der Man­gel an Ver­pfle­gung, Medi­zin und ande­rer Grund­ver­sor­gung. Die Sicher­heits­la­ge ist ins­be­son­de­re in Ben­ga­zi äußerst schlecht, wo durch Kampf­hand­lun­gen seit Mai 2014 gan­ze Stadt­tei­le nicht mehr zugäng­lich sind und gan­ze Stadt­vier­tel durch Beschuss zer­stört wur­den, dar­un­ter auch 33 Kran­ken­häu­ser. Schät­zun­gen von UNHCR zufol­ge sind über 393.420 Men­schen im Inne­ren des Lan­des ver­trie­ben wor­den seit der Gewalt­es­ka­la­ti­on im Mai.

http://www.refworld.org/docid/54646a494.html