Das Zen­trum Über­le­ben in Ber­lin hat am 22. Okto­ber 2015 eine „Stel­lung­nah­me zur Ber­li­ner Umfra­ge unter jun­gen Geflüch­te­ten“ ver­öf­fent­licht. Seit Anfang Okto­ber 2015 wür­den auf dem Gelän­de des LaGe­So in Moa­bit Umfra­gen zur phy­si­schen und psy­chi­schen Gesund­heit von Flücht­lin­gen im Alter von 0–24 Jah­ren statt­fin­den. Dabei wür­den unter ande­rem auch Daten zu erleb­ter sexua­li­sier­ter Gewalt, Fol­ter­er­fah­run­gen, zum Vor­han­den­sein von Fol­ternar­ben und Daten zum Flucht­weg erho­ben. Eben­so wür­den Sym­pto­me der Post­trau­ma­ti­schen Belas­tungs­stö­rung erfasst. Aus den Ergeb­nis­sen soll­ten Fol­ge­run­gen zur Bedarfs­la­ge hin­sicht­lich medi­zi­ni­scher und psy­cho­the­ra­peu­ti­scher Ver­sor­gung gezo­gen wer­den. Das Behand­lungs­zen­trum für Fol­ter­op­fer Ber­lin, unter dem Dach des Zen­trums Über­le­ben, kri­ti­siert die Befra­gung, weil ethi­sche Stan­dards nicht ein­ge­hal­ten wür­den. Dass es eine Not­wen­dig­keit gebe, Schutz­be­dürf­ti­ge und ihren Ver­sor­gungs­be­darf zu ermit­teln, kön­ne kei­ne Recht­fer­ti­gung für eine sol­che unge­schütz­te Befra­gung sein.

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