Im Novem­ber 2015 ver­öf­fent­lich­te die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on eine Stu­die zum The­ma „Schleu­sung von Migran­tIn­nen“. Mit der Durch­füh­rung der Stu­die waren der Euro­päi­sche Flücht­lings­rat ECRE in Zusam­men­ar­beit mit der Bera­ter­fir­ma Opti­mi­ty Advi­sors und dem Think Tank Inter­na­tio­nal Cent­re for Migra­ti­on Poli­cy Deve­lop­ment (ICMPD) betraut wor­den. Neben der Unter­su­chung aktu­el­ler Prak­ti­ken kom­mer­zi­el­ler Flucht­hel­fe­rIn­nen ana­ly­siert die Stu­die Poli­ti­ken ein­zel­ner EU-Mit­glied­staa­ten und Dritt­län­der zur „Schlep­per­be­kämp­fung“. Die Stu­die bestä­tigt, was Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen immer wie­der an ent­spre­chen­den Poli­ti­ken scharf kri­ti­siert haben: Maß­nah­men gegen kom­mer­zi­el­le Flucht­hel­fe­rIn­nen und „Schlep­per“ wie Straf­ver­fol­gungs­ak­ti­vi­tä­ten im Rah­men von Grenz­ma­nage­ment und Migra­ti­ons­kon­trol­le setz­ten Migran­tIn­nen und Schutz­su­chen­de grö­ße­ren Risi­ken aus. Wür­den Schutz­su­chen­de und Migran­tIn­nen auf ihrem Weg über kei­ne finan­zi­el­len Mit­tel mehr ver­füg­ten, könn­ten sie leicht Opfer von Men­schen­han­del wer­den, von Miss­brauch, Erpres­sung oder Ent­füh­run­gen. Ver­schärf­te Straf­ver­fol­gungs­maß­nah­men wür­den ver­mut­lich ledig­lich zur Ver­la­ge­rung von Flucht­rou­ten füh­ren, so die Stu­die. Aus den meis­ten mit­glied­staat­li­chen Gesetz­ge­bun­gen gehe außer­dem nicht klar her­vor, ob auch Flucht­hil­fe, die aus huma­ni­tä­ren Grün­den geleis­tet wird, zu sank­tio­nie­ren sei. Die EU-Grund­rech­te­agen­tur FRA und NGOs kri­ti­sie­ren die Kri­mi­na­li­sie­rung von Flücht­lin­gen und Migran­tIn­nen sowie von Men­schen und Orga­ni­sa­tio­nen, die sie unter­stüt­zen. Aktu­ell wird auf EU-Ebe­ne ein neu­es Geset­zes­pa­cket zum The­ma ver­han­delt, das die Kri­mi­na­li­sie­rung von Schutz­su­chen­den und huma­ni­tä­rer Unter­stüt­zung wei­ter ver­stär­ken wür­de.

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