01.07.2014

Newsletter Jul 2014

Ein Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, der sich auf Facebook rassistisch geäußert hat, wurde entlassen, so Spiegel Online vom 23. Juni 2014. So weit, so konsequent. Ein bisschen schwieriger verhält es sich mit dem nicht bekenntnismäßig auftretenden Alltagsrassismus, der viel schwieriger zu fassen ist, wenn man etwa die Tätigkeit der BundesamtsentscheiderInnen nicht diesbezüglich kontrolliert. Ein Beispiel aus einer aktuellen Bundesamtsanhörung. Ein Asylantragsteller aus einem afrikanischen Staat hatte seinen ethnischen Hintergrund geschildert und das Siedlungsgebiet seiner Ethnie bezeichnet. Er selbst habe aber an einem anderen Ort im Lande gelebt. Frage des Entscheiders: „Ist es nicht so, dass diese Stämme bzw. diese Volksgruppen in ihren eigentlichen Siedlungsgebieten verbleiben?“ Bloße Kenntnislosigkeit? Nicht so gemeint? Ist es nicht so, dass anderen Erkenntnissen zufolge Afrikas „Stämme“ allesamt nomadisieren?