Die Bun­des­re­gie­rung hat am 29. April2015 eine klei­ne Anfra­ge der Bun­des­tags­frak­ti­on Die Lin­ke zur psy­cho­so­zia­len Betreu­ung und Behand­lung von trau­ma­ti­sier­ten Flücht­lin­gen (BT-Druck­sa­che 18/4622) beant­wor­tet. Nur etwa 2,15 Mil­lio­nen Euro För­der­mit­tel der EU wer­den aus dem AMIF-Pro­gramm künf­tig jähr­lich für die Gesund­heits­ver­sor­gung von Flücht­lin­gen zur Ver­fü­gung ste­hen. Der Bund ver­weist in sei­ner Anfra­ge­be­ant­wor­tung auf die Zustän­dig­keit der Bun­des­län­der und Kom­mu­nen und ver­weist auf die Ver­ein­ba­rung, für die Haus­halts­jah­re 2015 und 2016 jeweils 500 Mil­lio­nen Euro für Auf­ga­ben der Flücht­lings­auf­nah­me ins­ge­samt zur Ver­fü­gung zu stel­len. Gedul­de­te sind künf­tig von psy­cho­so­zia­len Behand­lun­gen aus­ge­schlos­sen, die von AMIF geför­dert wer­den. Sprach­mitt­lung im Rah­men the­ra­peu­ti­scher Behand­lun­gen ist künf­tig aus­ge­schlos­sen, denn es stün­den zuneh­mend mut­ter­sprach­li­che Behand­le­rIn­nen zur Ver­fü­gung. Die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Ulla Jel­pke von der Frak­ti­on Die Lin­ke äußer­te sich kri­tisch: „Die Bun­des­re­gie­rung darf sich nicht für unzu­stän­dig erklä­ren, wenn es dar­um geht, die psy­cho­so­zia­le Behand­lung trau­ma­ti­sier­ter Flücht­lin­ge sicher­zu­stel­len. Deutsch­land ist hier­zu auch auf­grund einer EU-Richt­li­nie recht­lich ver­pflich­tet. Wenn EU-För­der­mit­tel nicht aus­rei­chen und The­ra­pie­kos­ten durch die Kran­ken­kas­se nicht über­nom­men wer­den, ist der Bund in der Pflicht, finan­zi­ell und durch klar­stel­len­de recht­li­che Rege­lun­gen zu hel­fen.“

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