01.06.2014

Newsletter Jun 2014

Meh­re­re Münch­ner Rechts­an­wäl­te haben sich mit einem Offe­nen Brief an den Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Maas gewen­det. Sie kri­ti­sie­ren den Gesetz­ent­wurf des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums des Innern zur Neu­be­stim­mung des Blei­be­rechts und der Auf­ent­halts­be­en­di­gung. Mit dem Ent­wurf wer­de der Ver­such gemacht, ein Son­der­haft­recht für Flücht­lin­ge ein­zu­füh­ren, mit dem wesent­li­che rechts­staat­li­che Stan­dards abge­schafft wer­den. Die Anwäl­te kri­ti­sie­ren ins­be­son­de­re die vor­ge­schla­ge­nen Inhaf­tie­rungs­vor­aus­set­zun­gen und die gesetz­li­che Defi­ni­ti­on der Flucht­ge­fahr als „beson­ders erschüt­ternd“. Für jeden vor­ge­schla­ge­nen Haft­grund legen die Anwäl­te dar, inwie­weit er unprä­zi­se, rechts­staats- bzw. völ­ker­rechts­wid­rig wäre. De fac­to sei jeder Asyl­su­chen­de von Haft bedroht. Im Rah­men der Modi­fi­ka­tio­nen der soge­nann­ten „klei­nen Siche­rungs­haft“ sol­le eine Poli­zei­haft ohne Rich­ter ein­ge­führt wer­den, was gegen den Rich­ter­vor­be­halt des Grund­ge­set­zes und des Gebo­tes effek­ti­ven Rechts­schut­zes ver­sto­ße. Alles ande­re als eine zügi­ge und ein­deu­ti­ge Zurück­wei­sung die­ses Gesetz­ent­wurfs wür­de die Rechts­staats­struk­tur der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land im Mark erschüt­tern, so die Ver­fas­ser.