Die Willkommenskultur und Nothilfe in der aktuellen Flüchtlingskrise wird durch die Öffentlichkeit weitestgehend positiv rezipiert. Doch Johanna Bröse und Sebastian Friedrich werfen in einem Artikel für die ak auch einen kritischen Blick auf die Verlagerung staatlicher Aufgaben in zivilgesellschaftliche Hände. Ihr Einwand ist durchaus berechtigt und nachdenkenswert, wenn sie schreiben: „So gesehen helfen soziale Projekte und private Unterstützer_innen im Effekt staatlichen Institutionen in einer vermeintlichen Zwangslage, die Missstände auf die Schultern einzelner Engagierter auszulagern. Es wird auf die Solidarität und die Hilfsbereitschaft zahlloser Privatpersonen rekurriert, die die Not abfedern und deren Engagement regenbogenschillernd als staatlich wohlmeinend begleiteter Erfolg des »gesellschaftlichen Miteinanders« dargestellt wird. Doch was sollte Solidarität eigentlich bedeuten?“ Die Zivilgesellschaft wird sich durchaus fragen müssen, wie viele Aufgaben des Staates durch Ehrenamtliche geleistet werden können – und sollten.

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