01.10.2013

Newsletter Oct 2013

Nils Muiž­nieks, Men­schen­rechts­kom­mis­sar des Euro­pa­ra­tes, beton­te in einem State­ment vom 19. Sep­tem­ber 2013, dass in jeder Ent­schei­dungs­fin­dung das Kin­des­wohl unbe­dingt beach­tet wer­den müs­se. Er äußer­te sich kri­tisch zu den Plä­nen der Nie­der­lan­de, Nor­we­gens, Schwe­dens, Groß­bri­tan­ni­ens und Däne­marks, die Abschie­bung von unbe­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen nach Afgha­ni­stan zu erleich­tern. In einem Pro­jekt sol­len Zen­tren in Afgha­ni­stan ein­ge­rich­tet wer­den, in denen Kin­der unter­ge­bracht wer­den sol­len, bis eine Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung im Land mög­lich ist: soge­nann­te „wel­co­m­ing cen­tres“. Schwe­den ver­han­delt aktu­ell als Pro­jekt­ko­or­di­na­tor mit der afgha­ni­schen Regie­rung über ent­spre­chen­de Ein­rich­tun­gen. Der Men­schen­rechts­kom­mis­sar bezog sich auf Berich­te, die gezeigt haben, dass das Auf­fin­den von Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen in Afgha­ni­stan kaum mög­lich sei und Kin­der der Gefahr aus­set­ze, Opfer von Men­schen­han­del zu wer­den. Muiž­nieks beton­te, es sei zen­tral, „dass Kin­der nie an Orte abge­scho­ben wer­den dür­fen, wo ihre Sicher­heit und ihr Wohl­be­fin­den in Gefahr sind.“ Abschie­bun­gen von Kin­dern nach Afgha­ni­stan wer­den die­ser Ver­ant­wor­tung nicht gerecht, so die Beur­tei­lung des Men­schen­rechts­kom­mis­sars. Der­je­ni­ge Staat, der eine Abschie­bung voll­zie­he, sei ver­ant­wort­lich für das wei­te­re Erge­hen des abge­scho­be­nen Kindes.

http://humanrightscomment.org/2013/09/19/decisions-concerning-migrant-children-must-always-be-based-on-their-best-interests/

Bericht: http://www.rsc.ox.ac.uk/publications/rsc-reports/wr-deportation-unaccompanied-minors-erpum-210613.pdf