Amnesty Internation und Human Rights Watch berichteten im Juli jeweils von entsetzlichen Vorfällen sexueller Gewalt, Misshandlungen und Ausbeutung von Flüchtlingen und Migrant*innen, die aus Libyen geflohen waren. Die Organisationen befragten mehrere Flüchtlinge und Migrant*innen in Aufnahmezentren in Italien. Sie berichteten von Misshandlungen durch Schleuser, organisierten kriminellen und bewaffneten Gruppen. Besonders HRW äußerte ernsthafte Bedenken bezüglich der Entscheidung der EU, die Militäroperation im zentralen Mittelmeer auszuweiten und zusätzlich Training für die libysche Küstenwache und Marine zu leisten. Diese würden Flüchtlingsboote auf See aufgreifen und nach Libyen zurückverbringen. „Natürlich müssen die Kapazitäten der libyschen Küstenwache zur Seenotrettung verbessert werden, um Menschenleben zu retten, aber die düstere Realität ist momentan, dass die libysche Küstenwache tausende Menschen aufgreift und zurück nach Libyen verbringt, wo sie in Haftzentren Folter und andere Misshandlungen erleiden“, so Amnesty International.

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