01.08.2014

Newsletter Aug 2014

Das Bel­gra­de Cent­re for Human Rights (BCHR) äußert in dem kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten Bericht “Das Recht auf Asyl in Ser­bi­en 2013” Beden­ken bezüg­lich des Zugangs von Asyl­su­chen­den zu ser­bi­schem Ter­ri­to­ri­um und einem Asyl­ver­fah­ren im Land. 2013 hät­ten Beam­te auf dem Bel­gra­der Flug­ha­fen ledig­lich die Asyl­ge­su­che zwei­er Schutz­su­chen­der aner­kannt und dem BCHR sei nur eine Per­son bekannt, die anschlie­ßend nach Ser­bi­en ein­rei­sen konn­te. Asyl­su­chen­de beschwer­ten sich bei der Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on, dass die Poli­zei ihnen kei­ne Papie­re aus­stel­le, die ihre Absicht nach­wie­sen, ein Asyl­ge­such zu stel­len. Die unab­hän­gi­ge Über­prü­fung der Prak­ti­ken von Grenz­be­am­ten bei der Erfül­lung ihrer Pflicht, Asyl­su­chen­den Zugang zu einem Asyl­ver­fah­ren zu garan­tie­ren, sei drin­gend not­wen­dig, so das BCHR. Die­se Auf­ga­be soll­te von NGOs erfüllt wer­den, so schlägt die Orga­ni­sa­ti­on vor.

Auch 2013 hat­te die ser­bi­sche Asyl­be­hör­de ohne Prü­fung das Kon­zept der siche­ren Dritt­staa­ten ange­wen­det, das 2009 mit einer Lis­te siche­rer Her­kunfts­staa­ten, die nie über­ar­bei­tet wur­de, zur Anwen­dung kam. Mit der dadurch ein­ge­führ­ten Pra­xis wer­den Ver­sto­ße gegen das Nicht-Zurück­wei­sungs-Gebot ris­kiert. Die Über­prü­fung, ob ein Dritt­staat tat­säch­lich sicher ist, sei unzu­rei­chend, so das BCHR. Zu der ent­spre­chen­den Qua­li­fi­zie­rung stüt­ze sich die ser­bi­sche Regie­rung allein auf die Mei­nung des ser­bi­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums, dar­auf, ob das Land die Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on unter­zeich­net hat und ob Visa-Frei­heit für syri­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge besteht. Alle Nach­bar­staa­ten Ser­bi­ens ste­hen auf der Lis­te sowie eini­ge Län­der mit schwe­ren Män­geln in den Asyl­ver­fah­ren, wie bei­spiels­wei­se Grie­chen­land. 2013 lehn­te die Asyl­be­hör­de die Anträ­ge der meis­ten Asyl­su­chen­den ab, die durch ein Land auf der Lis­te siche­rer Dritt­staa­ten gereist waren oder dort gelebt hat­ten, ohne zu über­prü­fen, ob der betref­fen­de Staat über­haupt die Bedin­gun­gen erfüllt, um als „sicher“ qua­li­fi­ziert zu wer­den.

5.066 Men­schen haben 2013 die Absicht geäu­ßert, Asyl in Ser­bi­en zu suchen, dar­un­ter 598 unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge. Die meis­ten kamen aus Syri­en (1.338), Eri­trea (624), Soma­lia (507) und Afgha­ni­stan (249). Im glei­chen Zeit­raum wur­den 742 Asyl­su­chen­de regis­triert und 153 Asyl­ge­su­che wur­den ein­ge­reicht. Die Asyl­be­hör­de stell­te 193 Ent­schei­dun­gen aus. Nur 19 Asyl­su­chen­de wur­den einer Befra­gung unter­zo­gen und nur vier Per­so­nen wur­de inter­na­tio­na­ler Schutz gewährt.

http://azil.rs/doc/Right_to_Asylum_in_the_Republic_of_Serbia.pdf