In den „Kom­mu­nen feh­len 370.000 Plät­ze für Flücht­lin­ge“, so die Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung vom 9.11.2015 und wei­te­re Medi­en am sel­ben Tage, die sich dabei auf eine Umfra­ge der Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft Ernst&Young bezie­hen. Vie­ler­orts wer­de aktu­ell impro­vi­siert, so ein Exper­te von Ernst&Young. Eine mit­tel- und lang­fris­ti­ge Pla­nung fin­de noch kaum statt, wegen der Unklar­heit über die Ent­wick­lung der Flücht­lings­zah­len in den kom­men­den Mona­ten. Das ist nicht unbe­dingt schlüs­sig, denn auch ohne eine exakt zu pro­gnos­ti­zie­ren­de Zahl kann und muss jetzt geplant wer­den – vor allem vor dem Hin­ter­grund rela­tiv hoher Aner­ken­nungs­quo­ten. Hier wer­den ohne Zwei­fel Dau­er­lö­sun­gen statt Not­un­ter­brin­gungs­mög­lich­kei­ten gebraucht. Nach Ergeb­nis­sen der Stu­die sol­len zur­zeit hoch­ge­rech­net 185.000 Flücht­lin­ge in Wohn­ge­bäu­den unter­ge­bracht sein, in zuletzt unge­nutz­ten Lie­gen­schaf­ten wie ehe­ma­li­gen Schu­len und Kaser­nen etwa 100.000, in Wohn­con­tai­nern und bis­lang leer­ste­hen­den Gebäu­den knapp 60.000. Con­tai­ner- und Modul­bau­ten sol­len aktu­ell 13 Pro­zent der Unter­kunfts­mög­lich­kei­ten aus­ma­chen, wobei zu bekla­gen ist, dass unter den Begriff Con­tai­ner- und Modul­bau­ten vom mie­ses­ten Blech­con­tai­ner bis zur auf­wän­di­gen Gebäu­den in modu­la­rer Holz­bau­wei­se ziem­lich alles fal­len kann. Eine Rei­he von Anga­ben beruht auf Selbst­aus­künf­ten und Absichts­er­klä­run­gen der Kom­mu­nen, die nicht gegen­re­cher­chiert wur­den. Nicht nur dies­be­züg­lich sei auf den net­ten Dis­c­lai­mer von Ernst&Young hin­ge­wie­sen, in dem es unter ande­rem heißt: „Eine Ver­wen­dung liegt damit in der eige­nen Ver­ant­wor­tung des Lesers.“

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