01.12.2013

Newsletter Dec 2013

„Unsafe Harbours“ heißt ein Bericht der italienischen Nichtregierungsorganisation Medici Per I Diritti Umani (MEDU) vom November 2013. Untersucht werden Rücküberstellungen nach Griechenland von italienischen Häfen aus und die dabei begangenen Menschenrechtsverletzungen. Die NGO hatte zwischen April und September 2013 in Griechenland und Italien recherchiert. Nur die Hälfte der aufgegriffenen und inhaftierten an adriatischen Grenzübergangsstellen habe Zugang zu sozialer Unterstützung und/oder Rechtsberatung gehabt. Soweit offiziell Unterstützung und Informationsdienste von Nichtregierungsorganisationen angeboten würden, seien diese zum Teil durch beschränkte Dienstzeiten ineffektiv. Die NGOs seien außerdem unterfinanziert und unterausgestattet. In 102 Fällen von Rücküberstellungen, die MEDU dokumentierte, gaben alle Betroffenen bis auf eine Person an, keinen Zugang zu NGOs gehabt zu haben. Nur in fünf Prozent aller Fälle sei ein Dolmetscher bei den Kontakten mit den italienischen Sicherheitskräften anwesend gewesen. Betroffen von der Praxis der italienischen Grenzbehörden seien auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, denen ebenfalls keine Gelegenheit gegeben worden sei, sich adäquat zu äußern bzw. ihrem Status entsprechend behandelt zu werden.