In der Flut der Spe­ku­la­tio­nen über die Kos­ten der Inte­gra­ti­on von Flücht­lin­gen, ihre Chan­cen beim Arbeits­markt­zu­gang und die damit ver­bun­de­nen Lang­zeit­per­spek­ti­ven fällt posi­tiv ein Inter­view bei Zeit Online mit dem Öko­no­men Her­bert Brü­cker vom 19.5.2016 auf, vor allem weil Brü­cker bereits zu Anfang auf den sehr begrenz­ten Daten­be­stand über die Qua­li­fi­ka­tio­nen der in Deutsch­land leben­den Flücht­lin­ge hin­weist. Damit las­se sich auch noch nicht genau sagen, wie die Chan­cen der Betrof­fe­nen sind, Arbeit zu fin­den. Die Inte­gra­ti­on in den Arbeits­markt brau­che jedoch viel Zeit. Die aktu­ell vor­lie­gen­den nicht reprä­sen­ta­ti­ven Daten sprä­chen für eine star­ke Pola­ri­sie­rung: Ein Groß­teil der Flücht­lin­ge habe Gym­na­si­al- oder gar Hoch­schul­bil­dung, ein ande­rer gar kei­ne oder nur Grund­schul­bil­dung. Die Mit­te des Spek­trums sei dage­gen dünn besetzt, ein im fach­ar­beits­ori­en­tier­ten Deutsch­land pro­ble­ma­ti­scher Befund. Brü­cker ver­weist auf den hohen Anteil von Flücht­lin­gen, die in der Ver­gan­gen­heit Jobs über Freun­de, Ver­wand­te und die eth­ni­sche Com­mu­ni­ty gefun­den haben. Des­we­gen sei die Idee einer Wohn­sitz­auf­la­ge, mit der Flücht­lin­ge in struk­tur­schwa­chen Regio­nen gehal­ten wür­den, ein No Go. Brü­cker tritt dafür ein, die Kos­ten für die Auf­nah­me von Flücht­lin­gen in eine ver­nünf­ti­ge Rela­ti­on zu stel­len. Sie betrü­gen 0,5% der deut­schen Wirt­schafts­leis­tung: „Im Ver­gleich zur Finanz­kri­se sind das Pea­nuts.“

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