01.07.2014

Newsletter Jul 2014

The Independent berichtete am 22. Mai 2014 von hunderten Asylsuchenden, die vermutlich zu Unrecht aus Großbritannien ausgewiesen wurden. Grund dafür war das Vertrauen des Innenministeriums auf die Analyse einer Linguistik-Firma aus Schweden, die die Sprache der Asylsuchenden analysiert hat. Laut dem Artikel wird das Unternehmen beauftragt, die Sprache und den Dialekt von Asylbewerbern in Telefongesprächen zu untersuchen und festzustellen, ob diese in Bezug auf ihr Herkunftsland falsche Angaben gemacht haben. In einem Urteil kam der Oberste Gerichtshof nun zu dem Schluss, dass Mitarbeitende der Firma Sprakab „völlig unangemessene“ Aussagen während Asylverfahren getätigt hatten. Anstatt alleine auf die Sprachanalyse zu fokussieren, waren Aussagen darüber getroffen worden, ob der oder die Betroffene überzeugend sei in seinen oder ihren Berichten. Das Urteil hatte sich mit dem Fall zweier somalischer Asylsuchender in Schottland befasst. Die zuständige Behörde habe sich zu stark auf die Berichte von Sprakab verlassen, so das Gericht. Das Unternehmen führe rund 4.000 solcher Analysen jedes Jahr für verschiedene Regierungen auf der ganzen Welt durch, heißt es im Independent.