01.10.2011

Newsletter Oct 2011

Human Rights Watch hat am 21. Sep­tem­ber 2011 einen Bericht über Fron­tex und sei­nen Umgang mit Migran­ten an der grie­chisch-tür­ki­schen Gren­ze ver­öf­fent­licht. Anläss­lich der Ver­öf­fent­li­chung des Berichts „The EU’s Dir­ty Hands – Fron­tex Invol­ve­ment in Ill-Tre­at­ment of Migrant Detai­nees in Greece” kri­ti­siert HRW in einer beglei­ten­den Pres­se­mit­tei­lung, dass die Grenz­schutz­agen­tur Migran­ten durch ihr Ver­hal­ten Miss­hand­lun­gen aus­set­ze. Fron­tex über­stel­le sie in grie­chi­sche Haft­zen­tren, wo sie unmensch­lich und ernied­ri­gend behan­delt wür­den. Fron­tex tra­ge eine Mit­schuld, wenn damit Migran­ten wis­sent­lich Bedin­gun­gen aus­ge­setzt wür­den, die ein­deu­tig gegen inter­na­tio­na­le Men­schen­rechts­stan­dards ver­stie­ßen, so der Lei­ter des HRW-Flücht­lings­pro­gramms Bill Frelick. Der Bericht beruht auf Inter­views mit 65 Migran­ten, Flücht­lin­gen und Asyl­su­chen­den in Grie­chen­land im Zeit­raum von November/Dezember 2010 bis Janu­ar 2011. Inter­viewt wur­den dar­über hin­aus Fron­tex-Beam­te und grie­chi­sche Poli­zis­ten. Zum Zeit­punkt des Fron­tex-Ein­sat­zes mit sei­nen Sofort-Ein­satz-Teams hat­te der Euro­päi­sche Gerichts­hof für Men­schen­rech­te in einem Urteil fest­ge­stellt, dass die Bedin­gun­gen in den grie­chi­schen Auf­fang­la­gern unmensch­lich und ernied­ri­gend sind. Bel­gi­en habe im kon­kre­ten Fall gegen sei­ne men­schen­recht­li­chen Ver­pflich­tun­gen ver­sto­ßen, indem es einen afgha­ni­schen Asyl­su­chen­den durch die Rück­über­stel­lung nach Grie­chen­land sol­chen Bedin­gun­gen aus­ge­setzt hat­te. Auf das zeit­li­che Zusam­men­fal­len von Urteil und Fron­tex-Ein­satz weist Bill Frelick hin: „Es ist ein beun­ru­hi­gen­der Wider­spruch, dass gera­de zu dem Zeit­punkt, als der Euro­päi­sche Gerichts­hof für Men­schen­rech­te ein Grund­satz­ur­teil gefällt hat, wonach die Rück­über­stel­lung von Migran­ten nach Grie­chen­land eine Ver­let­zung ihrer Grund­rech­te dar­stellt, Fron­tex als Exe­ku­tiv­or­gan der EU und Grenz­schüt­zer aus EU-Staa­ten sie wis­sent­lich dort­hin geschickt haben“.