Mit „Mög­lich­kei­ten und Gren­zen einer men­schen­rechts­kon­for­men Aus­ge­stal­tung von soge­nann­ten ‚Hot­spots‘ an den euro­päi­schen Außen­gren­zen“ beschäf­tigt sich ein Gut­ach­ten von Prof. Dr. Nora Markard und Ass. Jur. Hele­ne Heu­ser von der Refu­gee Law Cli­nic in Ham­burg. Das Gut­ach­ten beschreibt die aktu­el­len Rol­len­ver­tei­lun­gen und Pro­ze­du­ren in den Hot­spots. Nach­dem Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen von mas­si­ven Ver­let­zun­gen der men­schen- und uni­ons­recht­li­chen Auf­nah­me­stan­dards, von sys­te­ma­ti­scher Inhaf­tie­rung und von der Ver­let­zung von Ver­fah­rens­rech­ten berich­tet haben, unter­sucht das Gut­ach­ten die Anfor­de­run­gen der Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on, der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on und ande­rer inter­na­tio­na­ler Men­schen­rechts­in­stru­men­te sowie des Uni­ons­rechts in Gestalt der Richt­li­ni­en zum Asyl­ver­fah­ren, für die Auf­nah­me und die Rück­füh­rung, im Rah­men der Euro­dac und der Dub­lin-III-Ver­ord­nung sowie der EU-Grund­rech­te­char­ta.

Lang­fris­tig und kon­zep­tio­nell, so die Autorin­nen, liegt die größ­te Gefahr für die Men­schen­rech­te inner­halb der Hot­spots in dem Risi­ko einer brei­ten Inhaf­tie­rung von Schutz­su­chen­den, wie sie bereits im Hot­spot-Kon­zept der EU-Kom­mis­si­on vor­ge­se­hen und in der grie­chi­schen Pra­xis fest­stell­bar ist. Hin­sicht­lich der Auf­nah­me­be­din­gun­gen wird hin­ge­wie­sen auf die man­geln­de Gewähr­leis­tung des Rechts auf Bil­dung sowie man­geln­de Sicher­heits­stan­dards. Bezo­gen auf das Asyl­ver­fah­ren in den Hot­spots bezie­hen sich erns­te uni­ons- und men­schen­recht­li­che Beden­ken vor allem auf die man­geln­de Infor­ma­ti­on Schutz­su­chen­der und den erschwer­ten Zugang zum Ver­fah­ren für bestimm­te Natio­na­li­tä­ten. Die recht­li­chen Grund­la­gen für die Hot­spots sei­en eher schwam­mig gehal­ten. Aller­dings sei auch mit detail­lier­te­ren Rege­lun­gen das grund­le­gen­de men­schen­recht­li­che Pro­blem der Hot­spots nicht zu lösen. Es sei struk­tu­rel­ler Natur, denn das Kon­zept der Hot­spots basie­re auf der mas­sen­wei­sen Inhaf­tie­rung von Schutz­su­chen­den. Es feh­le auch an Umsied­lungs­plät­zen, von denen ohne­hin nur weni­ge Natio­na­li­tä­ten pro­fi­tie­ren kön­nen sol­len.

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