01.09.2012

Newsletter Sep 2012

Ein Groß­auf­ge­bot von 4.500 Poli­zis­ten, 52 Haus­durch­su­chun­gen und 6.400 fest­ge­nom­me­ne Flücht­lin­ge: Das ist die aktu­el­le Bilanz der „Ope­ra­ti­on Xeni­os Zeus“, mit der Grie­chen­lands Bür­ger­schutz­mi­nis­ter Nikos Den­di­as (ND) Migran­ten und Asyl­su­chen­de aus dem Groß­raum Athen und der Evros­re­gi­on an der tür­ki­schen Gren­ze ver­trei­ben will. Nach Anga­ben der grie­chi­schen Poli­zei sol­len die Raz­zi­en kei­ne ein­ma­li­ge Akti­on blei­ben son­dern regel­mä­ßig fort­ge­setzt wer­den. Vor der Pres­se mach­te der Bür­ger­schutz­mi­nis­ter Stim­mung gegen Flücht­lin­ge: Die unkon­trol­lier­te Zuwan­de­rung sei eine „Inva­si­on“, das Land dro­he unter­zu­ge­hen. Das Ein­wan­de­rungs­pro­blem sei „viel­leicht sogar grö­ßer“ als die Finanz­kri­se, so Den­di­as. Ziel der Ope­ra­ti­on sei, die Men­schen­wür­de der Migran­ten wie­der­her­zu­stel­len: „Jetzt wer­den sie in ihre Her­kunfts­län­der zurück­keh­ren… das ist das Bes­te was ihnen pas­sie­ren konn­te“, zitiert die Zei­tung Ekha­ti­mer­i­ni den Minis­ter.

Besorg­nis­er­re­gend ist, dass die Regie­rung mit den aktu­el­len Mas­sen­ver­haf­tun­gen offen­bar dem Druck der rechts­ex­tre­men Chrys­si-Avgi-Par­tei nach­gibt. In den Groß­städ­ten grei­fen Rechts­ex­tre­me immer wie­der Flücht­lin­ge an. Die Schlä­ger von Chrys­si Avgi gerie­ren sich als „Garan­ten für Recht und Ord­nung“ – sie ver­spre­chen dort ein­zu­grei­fen, wo die Poli­zei angeb­lich ver­sa­ge oder zu wenig Här­te zei­ge. Mit der Ope­ra­ti­on „Xeni­os Zeus“ scheint die Regie­rung zei­gen zu wol­len, dass sie hand­lungs­fä­hig ist und durch­greift.

Medi­en­be­rich­te: Athens News vom 5.8.12 und 6.8.12, Süd­deut­sche Zei­tung, Spie­gel Online