01.11.2014

Newsletter Nov 2014

Auf Vor­schlag Bay­erns wird zur­zeit dis­ku­tiert, dass der Bun­des­rat eine Ände­rung des SGB VIII (Kin­der- und Jugend­hil­fe) auf den Weg brin­gen soll. Das Ziel: Es soll eine bun­des­wei­te Umver­tei­lung unbe­glei­te­ter min­der­jäh­ri­ger Flücht­lin­ge ermög­licht wer­den. Damit sol­len jene Jugend­äm­ter ent­las­tet wer­den, die gegen­wär­tig den größ­ten Teil die­ser Per­so­nen­grup­pe auf­neh­men. Der Bun­des­fach­ver­band Unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge e.V. (BUMF) hat zu dem Geset­zes­vor­ha­ben am 9. Okto­ber 2014 Stel­lung genom­men. Man befürch­te, dass mit einem sol­chen Sys­tem der Vor­rang des Kin­des­wohls nicht mehr gewähr­leis­tet wer­den kön­ne. Geplant sei offen­bar, die Auf­nah­me pri­mär nach ord­nungs­po­li­ti­schen Vor­ga­ben und fis­ka­li­schen Über­le­gun­gen zu orga­ni­sie­ren. Eine Ver­tei­lung, die über­wie­gend auf Las­ten­ver­tei­lungs­as­pek­ten beru­he, sei nicht euro­pa­rechts­kon­form, da nach der EU-Auf­nah­me­richt­li­nie bei unbe­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen Auf­ent­halts­orts­wech­sel auf ein Min­dest­maß zu beschrän­ken sei­en. Außer­dem sei bereits nach gel­ten­der Rechts­la­ge eine Unter­brin­gung im Rah­men der Jugend­hil­fe an ande­ren Orten mög­lich, wenn dies im Sin­ne des Kin­des­wohls sei. Neben ande­ren kon­kre­ten Hand­lungs­emp­feh­lun­gen weißt der BUMF dar­auf hin, dass man die tat­säch­lich anfal­len­den Kos­ten durch eine Neu­re­ge­lung von § 89 d SGB VIII gerecht ver­tei­len kön­ne, so dass die­ser Gesichts­punkt schon gar nicht ent­schei­dend sein kön­ne.