01.07.2012

Newsletter Jul 2012

das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge ver­pflich­tet, das Asyl­ver­fah­ren eines Soma­li­ers, dem nach der Dub­lin-II-Ver­ord­nung die Über­stel­lung nach Ungarn droh­te, in Deutsch­land durch­zu­füh­ren. Das Gericht war der Über­zeu­gung, dass dem Betrof­fe­nen im Fal­le sei­ner Über­stel­lung eine län­ger­fris­ti­ge Inhaf­tie­rung in Ungarn gedroht hät­te. Die­se hät­te für ihn jeden­falls des­halb eine unmensch­li­che Behand­lung dar­ge­stellt, weil der Soma­li zur Über­zeu­gung des Gerichts an erheb­li­chen gesund­heit­li­chen und psy­chi­schen Beein­träch­ti­gun­gen lei­de, die auch im Rah­men der münd­li­chen Ver­hand­lung vor Gericht deut­lich erkenn­bar gewe­sen sei­en. Bestehe eine beacht­li­che Wahr­schein­lich­keit dahin­ge­hend, dass der Klä­ger im Fal­le der Über­stel­lung eine unmensch­li­che Behand­lung erfah­re, so habe er einen Anspruch auf Aus­übung des Selbst­ein­tritts­rechts. Bezüg­lich der Situa­ti­on in Ungarn bezieht sich das Gericht u.a. auf Infor­ma­tio­nen des UNHCR und den PRO ASYL Bericht „Flücht­lin­ge in Ungarn: Zwi­schen Obdach­lo­sig­keit und Haft“.