01.11.2014

Newsletter Nov 2014

Fran­ce Terre d´Asile doku­men­tiert in dem neu­en Bericht « Le migrant et le Calai­sis. Quel­le sor­tie de cri­se? » die Situa­ti­on von Flücht­lin­gen und Migran­tIn­nen in Calais, hin­ter­fragt gän­gi­ge Vor­ur­tei­le und for­mu­liert poli­ti­sche For­de­run­gen an Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en. Vie­le der Schutz­su­chen­den in Calais kämen aus Eri­trea, Sudan, Afgha­ni­stan, Irak, Iran und Syri­en, also Län­dern, in denen ihnen mit sehr hoher Wahr­schein­lich­keit Ver­fol­gung droht. Unter den Flücht­lin­gen und Migran­tIn­nen sind vie­le unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge (ca. 10–15 Pro­zent), die häu­fig Opfer von Miss­brauch, psy­cho­lo­gi­scher Gewalt und gar Men­schen­han­del und sexu­el­ler Aus­beu­tung wer­den. Ent­ge­gen der domi­nan­ten Dar­stel­lung befin­det sich unter der in Calais leben­den Grup­pe auch ein rele­van­ter Anteil Frau­en (ca. 14 Pro­zent). Die ver­zwei­fel­te Situa­ti­on der Schutz­su­chen­den, in der sie in behelfs­mä­ßi­gen Camps leben, führt häu­fig zu Frus­tra­ti­on und Gewalt. Die­se wird extrem ver­stärkt durch rechts­ex­tre­me Grup­pen, die immer wie­der bru­tal gegen die Migran­tIn­nen und Flücht­lin­ge vor­ge­hen. Auf das Büro von Secours Catho­li­que, wo die Schutz­su­chen­den duschen konn­ten, wur­de bereits zwei­mal im Sep­tem­ber die­sen Jah­res ein Brand­an­schlag ver­übt. Fran­ce Terre d´Asile ana­ly­siert in dem Bericht die Grün­de, war­um vie­le Schutz­su­chen­de von Frank­reich aus wei­ter nach Groß­bri­tan­ni­en zu gelan­gen ver­su­chen – trotz der gefähr­li­chen Grenz­über­que­rung. Vie­le spre­chen Eng­lisch, haben Fami­li­en­mit­glie­der oder Com­mu­nities, die bereits in Groß­bri­tan­ni­en leben und zu denen sie wei­ter­rei­sen wol­len. Vie­le wis­sen auch dar­um, dass der Zugang zu Unter­kunft für Asyl­su­chen­de in Groß­bri­tan­ni­en wäh­rend des Asyl­ver­fah­rens bes­ser ist, als in Frank­reich. Dort kann es bis zu vier Mona­te dau­ern, bis ein Asyl­an­trag regis­triert wird – in die­ser Zeit wird kei­ne Unter­kunft gewährt. Die durch­schnitt­li­che Län­ge der Asyl­ver­fah­ren liegt außer­dem bei 18 Mona­ten, in denen eben­so kei­ne Garan­tie für Unter­brin­gung besteht.

Fran­ce Terre d´Asile drängt in dem Bericht dar­auf, den Flücht­lin­gen und Migran­tIn­nen sozia­le, recht­li­che und psy­cho­lo­gi­sche Unter­stüt­zung zu gewäh­ren, Unter­kunft und Zugang zum Asyl­ver­fah­ren für die­je­ni­ge, die um inter­na­tio­na­len Schutz ersu­chen wol­len. In ganz Frank­reich müs­se die Unter­brin­gung von Asyl­su­chen­den wäh­rend des gesam­ten Asyl­ver­fah­rens gewähr­leis­tet wer­den. Auch die Inhaf­tie­rung von Migran­tIn­nen nach der Räu­mung von Camps oder zur Durch­set­zung von Abschie­bun­gen sei zu been­den. Die bri­ti­sche Regie­rung for­dert die Orga­ni­sa­ti­on auf, von der Mög­lich­keit des Selbst­ein­tritts in der Dub­lin-Ver­ord­nung Gebrauch zu machen, wenn Men­schen fami­liä­re oder kul­tu­rel­le Ver­bin­dun­gen nach Groß­bri­tan­ni­en haben.

http://www.france-terre-asile.org/calaisis-2014/FTDA_calais_2014.html#p=1