01.11.2012

Newsletter Nov 2012

Nach­dem sich auch der Lei­ter der zen­tra­len Aus­län­der­be­hör­de des Lan­des Bran­den­burg ein­ge­reiht hat in den Chor der­je­ni­gen, die hin­ter der Zunah­me von Asyl­ge­su­chen von Antrag­stel­lern aus Ser­bi­en und Maze­do­ni­en nur Miss­brauch sehen, hat sich Almuth Ber­ger, Vor­stands­mit­glied des bran­den­bur­gi­schen Flücht­lings­ra­tes und bis 2006 auch Aus­län­der­be­auf­trag­te des Lan­des Bran­den­burg, in einem offe­nen Brief am 26.10.2012 an den Innen­mi­nis­ter gewandt und die Stim­mungs­ma­che gegen Roma hef­tig kri­ti­siert. Sie füh­le sich an die öffent­li­che Dis­kre­di­tie­rung von Flücht­lin­gen in den 90er Jah­ren erin­nert, wenn mit Stich­wor­ten wie „Wirt­schafts­flücht­lin­ge“ und „Asyl­miss­brauch“ die Debat­te ange­heizt wer­de und ras­sis­ti­sche Gewalt unmit­tel­ba­re Fol­ge die­ser ver­ant­wor­tungs­lo­sen Poli­tik sei. Es sei inak­zep­ta­bel, wenn Asyl­an­trä­ge von Roma von vorn­her­ein als unbe­grün­det bewer­tet wür­den. „Wir wis­sen, was Steu­er­flücht­lin­ge sind, was Wirt­schafts­flücht­lin­ge sind, konn­te uns bis heu­te nie­mand erklä­ren. Es gibt Armuts­flücht­lin­ge und die haben, wenn die Armut auf sys­te­ma­ti­sche Dis­kri­mi­nie­rung zurück­zu­füh­ren ist, ein poli­ti­sches Motiv, Asyl­an­trä­ge zu stel­len.“