01.09.2014

Newsletter Sep 2014

20. Janu­ar 2014. Ein mit 27 Flücht­lin­gen aus Afgha­ni­stan und Syri­en besetz­tes manö­vrier­un­fä­hi­ges Boot sank im Schlepp­tau der grie­chi­schen Küs­ten­wa­che. Elf Men­schen ster­ben. Ver­mut­lich eine ille­ga­le Push-Back-Ope­ra­ti­on. Die Über­le­ben­den wer­fen der grie­chi­schen Küs­ten­wa­che vor, sie sei­en bei stür­mi­scher See mit hoher Geschwin­dig­keit zurück in Rich­tung Tür­kei gezo­gen wor­den. Die Küs­ten­wa­che behaup­tet, sie hät­te das Boot mit lang­sa­mer Fahrt in Rich­tung Far­ma­ko­ni­si geschleppt.

Ende Juli 2014 hat die für die Mari­ne zustän­di­ge Staats­an­walt­schaft beschlos­sen, den Far­ma­ko­ni­si-Fall zu den Akten zu legen. Damit wird es nicht zu einer Ankla­ge gegen die betei­lig­ten Beam­ten der Küs­ten­wa­che kom­men. Die Ange­hö­ri­gen der Opfer und Über­le­ben­den sind scho­ckiert über die Ein­stel­lung der Ermitt­lun­gen und for­dern mit einem Appell Auf­klä­rung und Gerech­tig­keit für ihre Toten. PRO ASYL hat die Fall­ak­ten ana­ly­siert. Das Ergeb­nis: Eine lücken­lo­se Auf­klä­rung hat nie statt­ge­fun­den, statt­des­sen gab es offen­kun­dig mas­si­ve Ver­tu­schun­gen von Sei­ten der grie­chi­schen Behör­den.

Appell: https://www.proasyl.de/de/home/farmakonisi-we-demand-justice/