Simone Schlindwein, Auslandskorrespondentin der taz, hat am 22.10.2016 den Aktionismus der neuen EU-Afrika-Politik dargestellt und kritisiert: „Europas neuer Umriss“. Unter Merkels Führung verteidige die EU ihre Außengrenzen tief in Afrika, um Migration nach Europa radikal zu stoppen. Plötzlich liege das Wohl des Afrikas nach Angaben der Kanzlerin im deutschen Interesse, wie Merkel anlässlich ihrer Afrikareise verkündete. Afrika als „Zukunftskontinent“ ist das Thema der politischen Wende. Beschlossene Papiere und verhandelte Verträge hätten jedoch im Subtext alle eines gemeinsam: Die besseren Kontrollen über die einst von Europa in Afrika gezogenen Staatsgrenzen, damit Migranten es nicht mehr bis zum Mittelmeer schaffen sowie messbare Ergebnisse bei der zügigen operativen Rückführung irregulärer Migranten, also Abschiebungen: „Das Wohl Deutschlands liegt ab jetzt in Afrikas Interesse.“ Deutscher wie europäischer Tradition folgend soll dabei auch kein Deal mit den schlimmsten Potentaten ausgelassen werden.

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